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  • Kritik: "Mars Attacks" von Tim Burton

    Hamburg (dpa) - Ob die Jedi-Ritter zurückkehren oder das Imperium zurückschlägt: Weltraumabenteuer haben wieder Konjunktur. Geradezu gigantische Erfolge feiern Invasionen von Aliens, die die Erde angreifen. Die früher oft mit billigsten Effekten in B-Movies erzählte Geschichte wurde bereits mit "Independence Day" zum Kassenknüller. Jetzt liefert Tim Burton, der bei Filmen wie "Batman" oder "Edward mit den Scherenhänden" sein Talent für futuristische Szenarien und poetische Momente bewies, mit "Mars Attacks" eine weitere Interpretation des Themas.

    Ohne jeden Respekt vor amerikanischen Institutionen inszeniert Hollywoods entfant terrible den Tag, an dem kriegslüsterne Männchen die USA besetzen. Kein Charakter war zu absurd, kein Effekt zu bizarr, daß Burton ihn nicht in seinem Film verwendet hätte. Während Journalisten um die Exclusiv-Fotos von der Invasionsfront kämpfen, will sich die Präsidentengattin (Glenn Close) von ein paar Außerirdischen nicht daran hindern lassen, das Weiße Haus zu renovieren. Ausgerechnet Jack Nicholson spielt mit sardonischem Grinsen ihren Göttergatten. Und als wäre die Schauspielerwahl nicht Spott genug, verkörpert Nicholson in einer Doppelrolle zusätzlich noch einen aalglatten Immobilienhai, der mit den Marsmenschen das große Geschäft machen will.

    Verläßlicher Berater des Präsidenten, der keine Ahnung hat, ist Marsiologe Kessler (Pierce Brosnan), der sich unaufgefordert überall einmischt. Und damit ist noch nicht Schluß mit dem hochkarätigen Ensemble. Sarah Jessica Parker, Michael J. Fox, Rod Steiger - anscheinend war halb Hollywood von Burtons durchgeknalltem Drehbuch begeistert.

    Inspiriert von den knallig-verrückten Science- Fiction-Filmen der 50er und 60er Jahre und "Mars Attacks"- Sammelbildchen einer Kaugummifrma, schufen Burton und seinen Produktionsdesigner eine überladene Kitsch-Welt, die ebenso Zerrbild wie furioser ironischer Kommentar der amerikanischen Wirlichkeit ist. Anders als "Independence Day", der die Staatengemeinschaft idealisiert, steht "Mars Attacks" in der Tradition jener Science- Fiction-Filme, die nicht nur Weltraumabenteuer waren, sondern in Untertönen auch Zivilisationskritik boten.

    -Von Katharina Reismann, dpa

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