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  • Kritik: Märchen von übermorgen

    In diesen Zeiten ist es durchaus opportun, etwas sparsamer zu wirtschaften und altes Material zu recyceln. In einem Pilotprojekt geht nun die Bavaria Filmgesellschaft mit gutem Beispiel voran und lässt eine ihrer Fernsehjuwelen in aufpolierter Fassung erstrahlen.

    In einem so genannten Producers Cut wird das "Raumschiff Orion" mit seiner Beatzung auf die Reise geschickt, um nun auch im Kino die Erde vor extraterrestrischen Eindringlingen zu retten. Die technische Kreativabteilung der bayrischen Filmwerkstatt hat aus sieben Stunden Fernsehmaterial einen 90-minütigen optisch und vor allem akustisch runderneuerten Spielfilm gebastelt, der vor allem Nostalgikern Vergnügen bereiten wird.

    Weil sich Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr) wieder einmal über Anweisungen der Raumbehörde hinweggesetzt hat, werden er und die Mannschaft der Orion zum Patrouillendienst strafversetzt. Die abenteuerhungrigen Weltraumfahrer befürchten einen langweiligen Job, zumal man ihnen auch noch die resolute Beamtin des GSD Sicherheitsdienstes, Tamara Jagellovsk (Eva Pflug), als Aufpasserin zur Seite stellt. Doch Dank der Invasion von kriegerischen Außerirdischen hat die erfahrene Crew der Orion jede Menge zu tun, um den Fortbestand der Menschheit zu sichern.

    Deko und Titel sorgen auch digital für Vergnügen

    Wie selten eine andere deutsche Serie kann "Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion" seit seiner Erstausstrahlung in den 60er Jahren eine ständig wachsende Fangemeinde verzeichnen, die wahrscheinlich nur von "Star Trek" übertroffen wird. Ein Verdienst dafür dürften die einfallsreiche, aus Alltagsgegenständen rekrutierte Dekoration und die eingängige Titelmelodie von Peter Thomas sein. Beides sorgt auch in der neuen Fassung auf der großen Leinwand in digitalem Gewand für Vergnügen, ebenso der modisch antiquierte Blick auf die Zukunft und die extravaganten Tänze mit den seltsamen Körperhaltungen. Leider blieben einige der interessanteren Episoden auf der Strecke, so der wunderbare Auftritt Margot Troogers als Regentin eines Frauenplaneten in "Kampf um die Sonne". Und lässt man mal alle Nostalgie beiseite, dann wurde aus dem Stoff der Serie lediglich ein Science-Fiction-Vehikel im Stil traditioneller B-Movies, die heutzutage nur noch in filmhistorischen Retrospektiven ihren Platz finden.

    Doch wer will das schon bei einem Kultphänomen, das Fernsehgeschichte schrieb. Und so kann man sich trotz holpriger und unfreiwillig komischer Dialoge an dem lässig arroganten Charme Dietmar Schönherrs erfreuen und hoffen, dass sich die Gesellschaftstänze nie in unserer Zeit durchsetzen werden, sondern im "Übermorgen" angesiedelt bleiben.

    Angelika Piller, ddp

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