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  • Kritik: Männerwirtschaft

    Wenn aus Fremden plötzlich Blutsverwandte werden, kommt es unweigerlich zu klassischen Komödienverwirrungen. Drei nicht mehr ganz junge Männer mit nicht ganz gleicher Hautfarbe erfahren beim Notar, daß sie nicht nur den in Frankreich mit Müller oder Maier vergleichbaren Namen Latour teilen, sondern auch alle drei von derselben Mutter in Pariser Waisenhäusern zurückgelassen wurden.

    Die Begeisterung über den unerwarteten Familienzuwachs nimmt parallel zur sozialen Bedürftigkeit zu. Der Straßenverkäufer Bernard freut sich am meisten über seine neuen Gefährten, den Kaufhausdetektiv Didier und den Werbekaufmann Pascal. Alle drei werden von dem flüchtigen Versprechen einer Erbschaft zu unvorsichtigen Investitionen in ein neues Leben verführt. Als sich der große Reichtum jedoch als Seifenblase entpuppt, beginnt eine rasante Rutschpartie in den sozialen Abstieg.

    Ganz nah bewegt sich dieser Film an den Existenzängsten am Rande der Rezession. Er nimmt die Klischees aufs Korn und verwandelt sie in charmante Marotten. Und weil die Komödie ein gewisses Tempo vorgibt, halten sich ihre drei beherzten Helden nicht mit langem Lamentieren auf, sondern verfallen in rastlose Aktivität.

    Auch in Frankreich breitet sich eine neue Komödienwelle aus, die mit meist recht derbem Humor die Massen begeistert. Auch Alles kein Problem war in Frankreich ein Riesenerfolg, der sich dem Fernsehruhm des Trios verdankt. Es dürfte dem in 14 Jahren gemeinsamer Arbeit perfekt eingespielten Timing der Inconnus zu verdanken sein, daß der Haudrauf-Humor dieser Komödie oft von feineren, nahezu zärtlichen Tönen abgefangen wird und daß die belebte Mimik der drei Akteure mehr ist als nur Charge.

    Zunächst etablieren die heimatlos gewordenen Brüder in Patricks Yuppie- Wohnung eine französische Version der Männerwirtschaft, ein unehelicher Sohn führt dann zu einer Variation von Drei Männer und ein Baby. Und während sich die Brüder schließlich in ein verrücktes Roadmovie flüchten, könnte man bereits wetten, daß sich ein amerikanischer Produzent finden wird, der die Rechte kaufen wird.

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