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  • Kritik: Madonna als gestrandete Zicke

    Sie ist die Pop-Ikone schlechthin: Seit den 80er Jahren schreibt Madonna Musikgeschichte, ihre Konzerte sind eindrucksvolle Selbstinszenierungen und mit ihren wechselnden Outfits beeinflusst sie ganze Generationen von Jugendlichen. Doch als Schauspielerin auf der großen Leinwand versucht sich die Self-Made- Frau seit Jahren mit eher wechselhaftem Erfolg.

    Häme und Spott mussten sich die 44-Jährige und ihr britischer Ehemann Guy Ritchie (34) auch für ihren aktuellen Film "Stürmische Liebe - Swept Away" gefallen lassen. Der Film unter der Regie von Ritchie sei "so schlecht, wie Sie es sich nur vorstellen können", urteilte etwa die "Washington Post".

    Außerdem gab es gleich fünf Goldene Himbeeren für das Werk, das an den US-Kinokassen durchfiel: Gerade einmal 600 000 Euro spielte der Film ein. Dabei kann Madonna eher wenig für die miesen Kritiken. Sie spielt die verzickte, desillusionierte und hochnäsige Millionärsgattin Amber derart glaubwürdig als sei dies ihre zweite Natur.

    Auf der einsamen Insel zählt ihr Geld nichts mehr

    Mit einigen Freunden im Mittelmeer auf einer privaten Kreuzfahrt unterwegs, erniedrigt sie die Crew, allen voran den Matrosen Giuseppe (Adriano Giannini), wo sie nur kann. Bei einem Ausflug dann erleiden sie und Giuseppe Schiffbruch und stranden auf einer einsamen Insel: Nun zählt Ambers Geld nicht mehr, Giuseppes Fähigkeiten als Fischer und Naturbursche sind überlebenswichtig. Er behandelt Amber jetzt seinerseits wie eine Sklavin. Doch dann verlieben sie sich ineinander und verleben einige Tage des einsamen Glücks - bis sie nach der Rettung wieder mit Klassengegensätzen und Gesellschaftsschranken konfrontiert sind.

    Kitschig bis ins Peinliche hinein

    Nach seinen gefeierten Filmen "Bube Dame König grAs" und "Snatch - Schweine und Diamanten" hat Ritchie den Erfolgspfad der skurrilen Kriminalkomödie verlassen und sich an eine romantische Liebeskomödie gewagt. Dabei hat er durchaus einiges richtig gemacht: Der Kontrast zwischen den dekadenten Urlaubern und der einfach-gutmütigen Schiffscrew sorgt für komische Momente; auch die Annäherung der ungleichen Amber und Giuseppe wird mit vielen Details und Anekdoten geschmückt - doch dabei derb überzeichnet. Wenn sie ihn "Meister" nennen und seine Füße küssen muss und es zu körperlicher Gewalt kommt, verliert sich das Lustige schnell. Immer wieder wirkt der Film unfreiwillig komisch, konstruiert und kitschig bis ins Peinliche - "Soft-Core-Kitsch" nannte dies "Entertainment Weekly".

    Übertrieben schlecht ist das Remake allerdings nicht

    Doch so schlecht, wie die Kritiker ihn machen wollen, ist Ritchies Remake des erfolgreichen Lina-Wertmüller-Films "Hingerissen..." von 1974 nicht - schon wegen der Leistung von Madonna, die an bessere Rollen wie in "Susan... verzweifelt gesucht" und "Evita" anknüpfen kann. Adriano Giannini, dessen Vater Giancarlo schon in der Originalversion den Matrosen Giuseppe spielte, zeigt komödiantisches Talent. Aber ein Name wie Madonna auf dem Filmplakat zieht wohl immer große Erwartungen auf sich - anschließende Häme inbegriffen.

    Patrick T. Neumann, dpa

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