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  • Kritik: Loblied auf Versager

    Filme, in denen belächelte Außenseiter es arroganten Favoriten so richtig zeigen, gibt es wie Sand am Meer. Was aber, wenn sich die ganze Geschichte um eine belächelte Außenseiter- Sportart dreht?

    In der Komödie «Voll auf die Nüsse!» geht es um eine US-Variante von Völkerball namens Dodgeball, bei der je sechs Leute versuchen, einander mit großen schweren Bällen zu treffen. Ein zunächst belächelter Außenseiterfilm kam dabei heraus, der mit einem Star wie Ben Stiller und viel Witz in Amerika dann aber locker die Marke von 100 Millionen Dollar knackte.

    Um eines gleich klarzustellen: Der Film ist nicht annähernd so plump wie sein deutscher Titel. Dieser war nur ein Versuch, den Originalnamen «Dodgeball» einzudeutschen. Die David-gegen-Goliath- Geschichte dreht sich diesmal um die Rivalität zweier Fitness- Studios. Das hochtechnologisierte Globo Gym strotzt vor Glas, Stahl und Technik und ist so perfekt wie die Körper, die in ihm geformt werden sollen. Und nur ein paar Meter neben dem Muskel-Tempel hält sich mühsam eine schäbige Fitness-Halle über Wasser. Sie heißt «Average Joes» («Normalo-Ottos», sozusagen) und ihre kleine Kundschaft sind lauter Versager - darunter ein männlicher Cheerleader und ein Pirat. «Scheitern ist eine Option», lautet die Parole an einer Studiowand.

    Ben Stiller, der zuletzt in Rollen liebenswürdiger Neurotiker aufzugehen schien, mimt endlich mal wieder mit Gusto einen Fiesling: den beschränkten, aufgeblasenen, lächerlichen Globo-Gym-Besitzer White Goodman. Sein Gegenspieler Peter LaFleur (Vince Vaughn) führt «Average Joes» mit einer so vollkommenen Abneigung gegen jeglichen Zahlenkram, dass der Laden vor dem Ruin steht. Goodman hat die Schulden aufgekauft und steht bereit, um den Konkurrenten platt zu walzen und an seiner Stelle einen Parkplatz einzurichten. Die Versager müssen 50 000 Dollar in 30 Tagen auftreiben, um ihren Club zu retten.

    Und da kommt Dodgeball ins Spiel. Einer der «Average Joes» stößt auf die Ankündigung der Dodgeball-Meisterschaft in Las Vegas. Hauptgewinn: 50 000 Dollar. Doch Goodman bekommt von der Idee Wind und tritt mit einem eigenen Super-Team an. Und da ist noch die schöne Kate, gespielt von Stillers Ehefrau Christine Taylor, die eigentlich nur die Abwicklung der «Joes» für die Bank überwachen soll, aber die Herzen beider Rivalen höher schlagen lässt.

    Der Film hat viele lustige Momente. Da gibt es komische Höhepunkte wie einen Lehrfilm aus den 50er Jahren oder das Trainingsprogramm des Dodgeball-Veteranen Patches OHoulihan, gespielt von Hollywood- Schwergewicht Rip Torn, oder die vorzüglichen kleinen Auftritte von David Hasselhoff, Chuck Norris und sogar Rad-As Lance Armstrong.

    Mit dem Erfolg des Films gibt es auch einen neuen Helden in Hollywood. Rawson Marshall Thurber schrieb das Drehbuch und bekam auch die Chance, selber Regie zu führen. Vor allem durch den Einsatz von Stiller, dessen Produktionsfirma den Film machte. «Er hat gesagt: Ich glaube an diesen Jungen und ich stehe hinter ihm», erinnert sich Thurber. Zuvor hätten die Studio-Leute stets gesagt, der Drehbuch sei ja ganz nett, aber ein Film über Dodgeball - nein, danke.

    Bei den Dreharbeiten sei viel improvisiert worden, sagt Thurber. «Wäre ja auch schön blöd von mir, Comedy-Assen wie Stiller und Vaughn als Debütant zu sagen: Jetzt spielt bitte mal alles genau so wie ich es geschrieben habe.» Ausgerechnet Stiller entpuppte sich als absolute Dodgeball-Niete. Seine Würfe waren ebenso stark wie ungenau. Einen besonders fiesen Irrläufer donnerte er frontal ins Gesicht seiner Frau. «Inzwischen muss ich nicht mehr auf dem Sofa schlafen», scherzte er bei der US-Premiere.

    dpa

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