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  • Kritik: Linklaters "Suburbia":

    Hamburg (dpa) - Burnfield, eine US-Kleinstadt aus der Retorte, austauschbar, gesichts- und seelenlos im Niemandsland. Hier regiert zwischen stillen Häuserreihen und Supermärkten eine trügerische heile Welt - Gift für die Seele und Kreativität junger Menschen. Auf dem Parkplatz einer Tankstelle versuchen fünf Freunde in ihrer Stammecke deshalb gemeinsam der Sinnlosigkeit und Langeweile zu trotzen. Sie trinken Bier, pöbeln, träumen und warten darauf, daß sich etwas tut.

    Bunt gemischt ist der Freundeskreis, der sich in Richard Linklaters neuem Film "Suburbia" von diesem Donnerstag an auch in den deutschen Kinos dem Publikum präsentiert. Jeff (Giovanni Ribisi), grübelt unentwegt über seine Sinnkrise nach. Die gedankenlose Leichtigkeit des Seins um ihn herum widert ihn an. Die Kreativität und Beweglichkeit, die ihm fehlt, blüht bei seiner quirligen Freundin Sooze (Amie Carey) auf. Sie hat sich entschlossen, dem Mief von Burnfield zu entfliehen und ihre durchaus gewöhnungsbedürftigen Performance-Künste in New York zu präsentieren.

    Tim (Nicky Katt) dagegen versucht nach herben Armee-Erfahrungen dem Alltag mit Galgenhumor, Gehässigkeiten und Alkohol zu entfliehen, während sich Spaßvogel Buff (Steve Zahn) mit den Problemen gar nicht erst auseinandersetzen will. Einzig die ungewisse Zukunft verbindet die Teenager. Unruhe kommt auf, als Pony, ein früher eher belächelter Schulkamerad und inzwischen gefeierter Rockstar, die Freunde an der Tankstelle besucht. Sensibel und nicht sonderlich gescheit hat er sich rechtzeitig von seinen kleinstädtischen Wurzeln gelöst. Neid und Bewunderung schlagen ihm nun entgegen. Von Jeff als frischgeföntem MTV-Depp mit Larifari-Melodien abgetan, ist der heimgekehrte Star bei Sooze und Buff hingegen langersehnter Anlaß, die Weichen für die Zukunft zu stellen.

    Linklater, bekannt durch seinen dialogschweren Streifen "Before Sunrise", folgt auch in der Verfilmung des Bühnenstückes "Suburbia" (Eric Bogosian) dem gewohnten Ansatz: "Ich unterstelle mal, das Menschen grundsätzlich an anderen Menschen interessiert sind", sagt er. Er wolle sich auf Charaktere und Gespräche konzentrieren, die Realität zeigen und der Phantasiewelt des Kinos entkommen.

    Der Regisseur stützt sich bei seinem neuen Werk auf ein bereits bekanntes und erfolgreiches Rezept: Sein Spielfilmdebüt "Slacker" (1989) verpaßte einer ganzen Generation einen Spitznamen und räumte den von ihm porträtierten sympathischen Tagträumern eine Nische im Filmmarkt ein. Neue Zielgruppen wird Linklater allerdings mit diesem Streifen nicht gewinnen, auch neue Aspekte der Jugendkultur deckt er trotz der Wortgewalt von "Suburbia" nicht auf.

    Von Martin Oversohl, dpa

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