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  • Kritik: Liebe versetzt Särge

    Hamburg. Mit "Grabgeflüster" liefert der britische Regisseur Nick Hurran eine erfrischende, schwarz-humorige Komödie, die in der Tradition von englischen Erfolgsfilmen wie "Lang lebe Ned Devine" steht.

    Wales, 1964: Schüchtern beobachtet ein schmächtiger Teenager seine Angebete am Rande der Tanzfläche. Ehe er den Mut aufgebracht hat, sie aufzufordern, ist ihm bereits ein kleiner, dicker Junge zuvor gekommen. Dreißig Jahre später steht seine Jugendliebe (Brenda Blethyn) plötzlich in seinem Bestattungsunternehmen vor ihm, weil gerade ihre Schwiegermutter beim Frühstück erstickt ist.

    Diese zweite Chance lässt sich der passionierte Tänzer (Alfred Molina) nicht entgehen. Um seine Herzensdame aus ihrer unglücklichen Ehe mit dem Bürgermeister (der kleine Dicke aus der Tanzstunde) zu befreien, will der Bestatter ihren Tod inszenieren und gemeinsam mit ihr in der Karibik ein neues Leben beginnen.

    Atemberaubend schöne Landschaft als Kulisse

    Das Skript zu der charmanten Low-Budget-Komödie schrieb der britische Schauspieler Frederick Ponzlov, der damit sein Debüt als Drehbuchautor gibt. Neben der Hauptdarstellerin Blethyn, mit der Nick Hurran bereits die beiden Spielfilme "Remember Me?" und "Girls Night - Jetzt oder nie" realisiert hat, konnte er mit Christopher Walken, Naomi Watts und Lee Evans auch eine hochkarätige Besetzung für die Nebenrollen gewinnen. Gedreht wurde "Grabgeflüster" überwiegend an Originalschauplätzen in Wales, dessen atemberaubend schöne Landschaft die Kulisse für den romantisch-makaberen Stoff bildet.

    Trotz aller akribischen Vorbereitungen droht der perfekte Plan des frisch verliebten, reifen Paares zu scheitern. Ein konkurrierender Bestattungsunternehmer aus den USA (Christopher Walken), der Beerdigungen als geschmacklose Events inszeniert, versucht mit allen Mitteln, den Auftrag an sich zu reißen. Einen Strich durch die Rechnung macht ihnen obendrein der Ehemann, der auf eine Aufbahrung der vermeintlich Toten im offenen Sarg besteht. Die "Entschlafene" darf keine Miene verziehen, während der Gatte ihr seine Affären gesteht, seine Geliebte ihr den fehlgeschlagenen Versuch beichtet, sie zu vergiften, und ihr Blumen auf die Brust gelegt werden, auf die sie extrem allergisch reagiert.

    Absurde Situationskomik

    In "Grabgeflüster" gelingt es Hurran, mit skurrilen Einfällen und augenzwinkerndem Humor ein sprühendes Gagfeuerwerk zu entfachen. Die Geschichte einer erfolgreichen Emanzipation dient dabei als Ausgangsplot für eine warmherzige Liebeskomödie, die der Regisseur mit absurder Situationskomik und abstrusen Twists vorantreibt. Allerdings überspannt er den Bogen ein bisschen mit einem völlig überzogenen Showdown am Schluss.

    Birgit Heidsiek, dpa

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