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  • Kritik: Liebe kurz vor der Apokalypse

    New York 2021: Geschäftig eilt ein junger Mann (Joaquin Phoenix) bei seinem Zwischenstopp in ein Luxus-Hotel, um dort mit seiner Ehefrau (Claires Danes) die Scheidungspapiere zu unterzeichnen. Doch im Leben der erfolgreichen Eiskunstläuferin, die wie eine ferngesteuerte Marionette zu ihren öffentlichen Auftritten und Interviews hastet, scheinen nur noch die Manager die Fäden ziehen.

    Verzweifelt bittet die schöne Spitzen-Sportlerin ihren Noch-Gatten, heimlich mit ihr zu fliehen. Mit seinem ersten englischsprachigen Kinofilm "Its All About Love" präsentiert der preisgekrönte, dänische Regisseur und Drehbuchautor Thomas Vinterberg ("Das Fest") einen eleganten, mysteriösen Liebes-Thriller.

    Das Drehbuch zu diesem futuristisch angehauchten Kino-Drama entwickelte Vinterberg gemeinsam mit dem dänischen Co-Autoren Mogens Rukov, mit dem er zusammen schon das Skript zu "Das Fest" geschrieben hatte. "Bei "Its All About Love" habe ich praktisch alle Dogma- Regeln auf den Kopf gestellt", sagt Vinterberg. "Der Film wurde komplett am Set gedreht mit viel Musik, Farben und Soundeffekten, was vom Dogma-Standpunkt aus betrachtet sehr dekadent ist." Der Regisseur wollte sich jedoch nicht erneut dem Gelübde unterwerfen, einen Film nach strengen, religiösen Regeln zu realisieren. "Eine solche Provokation lässt sich nicht wiederholen, weil sie dann zu ihrer eigenen Konvention wird."

    Lieber Dänemark statt Hollywood

    Trotz Filmangeboten aus Hollywood blieb der Regisseur seiner Heimat Dänemark treu. Um das Budget von zehn Millionen Dollar für "Its All About Love" auf die Beine zu stellen, reiste der Produzent Lars Bredo Rahbek fast zwei Jahre lang mit seiner Kollegin Brigitte Hald um den Erdball: Am Ende waren 35 Investoren und Finanziers aus 20 Ländern beteiligt, die Dreharbeiten erfolgten überwiegend im Studio in Kopenhagen, Schweden und Norwegen sowie an weiteren Schauplätzen in Kanada, Kenia, New York und Paris.

    Schnee im Sommer: Das Ende der Menscheit ist nah

    In seinem dritten Spielfilm entwirft Vinterberg eine düstere, traumatische Atmosphäre, welche die herannahende Apokalypse symbolträchtig andeutet. Unvermittelte Klimaschwankungen lassen es mitten im Hochsommer in New York schneien, wo die Kälte längst von den Herzen der Menschen Besitz ergriffen hat. Mit frostigem Kalkül haben die Manager über das weitere Schicksal der jungen Eiskunstläuferin entschieden, die der Regisseur nach bewährter Hitchcock-Manier psychologisch in einem verworrenen Labyrinth der verschiedenen Interessen gefangen hält, dem sie mit letzter Kraft zu entkommen versucht.

    Birgit Heidsiek, dpa

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