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  • Kritik: Licht und heiter

    Hamburg (dpa) - Die Romane der englischen Schriftstellerin Jane Austen (1775-1819) erleben derzeit als Filmvorlagen einen beispiellosen Boom. Nach "Sinn und Sinnlichkeit", "Verführung" und der TV-Miniserie "Stolz und Vorurteil" kommt an diesem Donnerstag die Verfilmung des Austen-Romans "Emma" in die Kinos. In dem heiteren, lichtdurchfluteten und liebevoll gemachten Regiedebüt von Douglas McGrath (Co-Autor von "Bullets over Broadway") spielt die hinreißende Gwyneth Paltrow, Freundin von Hollywood-Sexsymbol Brad Pitt, die Titelrolle, unterstützt von einer erstklassigen Schauspielerriege.

    Als ihre Erzieherin heiratet, ist Emma voller Schmerz über deren Weggang, hält sich aber zugleich für die Stifterin dieser glücklichen Verbindung. Also glaubt sie, eine talentierte Kupplerin zu sein. Als nächstes "Opfer" nimmt Emma ihre Freundin Harriet ("Muriel's Wedding"-Star Toni Collette), eine junge Frau ohne Stand und Bildung, ins Visier. Die ist an sich zwar bereits verbandelt, lehnt aber auf Emmas Drängen hin einen zärtlichen Heiratsantrag ihres Galans ab, weil Emma für ihre Freundin eine bessere Partie im Sinn hat.

    Die Titelheldin möchte selbst lieber nicht vor den Traualtar, denn eine Frau von Vermögen und Stand kann ihrer Ansicht nach gut allein bleiben. Da sie aber derart untalentiert für die Zusammenführung passender Männer und Frauen ist, geht alles, was sie plante, schief - inklusive der eigenen Absicht, Junggesellin zu bleiben.

    Ein wenig erinnert "Emma" in ihrer Orientierungslosigkeit an die Heldin in "Clueless", allerdings in präviktorianischem Gewand. Neben geschliffenen Dialogen - gekonnt immer dort mit feiner Selbstironie in Szene gesetzt, wo Ernsthaftigkeit überzogen gewirkt hätte -, neben Schwelgerei in Kostümen und der Landschaft Dorsets besticht der Film durch seine bis in die kleinsten Nebenrollen glänzenden Darsteller.

    Toni Collette gibt die eher ordinäre und plumpe Harriet trotz ihres Drangs nach Höherem bodenständig und mit Herz. Greta Scacchi ist den Rollen der jungen Geliebten nun offenbar entwachsen und schimmert elegant als mütterliche und kluge Vertraute. Und Toilettentaucher Ewan McGregor aus "Trainspotting", der schon als perforierter Liebhaber in der "Bettlektüre" Wandlungsfähigkeit bewies, zeigt sich hier als durchtriebener Edelmann Frank Churchill.

    Alan Cumming, Computer-Freak und Schurke Boris Grishenko aus dem letzten James Bond-Film "Goldeneye", spielt den bis auf die Knochen pastoralen und blasierten Mr. Elton mit Haltung und drögem Charme. Und schließlich ist da noch Jeremy Northam: Im Buch ist er der mit Emmas Vater befreundete Mr. Knightley und 16 Jahre älter als sie, im Film aber ein überaus attraktiver und wachsamer Freund, der Emmas Kuppelpläne mißbilligt, aber am Ende selbst in ihre Fänge gerät.

    Von Fatina Keilani, dpa

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