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  • Kritik: Leibhaftiger jagt Unschuld

    Zwei Jahre lang hat US-Actionstar Arnold Schwarzenegger seine Anhänger nach dem Schurkenstück "Batman Robin" warten lassen. Rechtzeitig vor der Jahrtausendwende kämpft sich der erfolgreiche Muskelmann jetzt wieder durch die Kinos.

    "End of Days - Nacht ohne Morgen" ist ein grausiger Millennium-Thriller, ein Kampf zwischen Himmel und Hölle. Die Teufelsgeschichte dürfte selbst für hart gesottene Schwarzenegger-Fans starker Tobak sein.

    Schon das Presseheft macht Gänsehaut: Regisseur Peter Hyams ("Das Relikt") entfessele einen "Sturm des Schreckens, der alles hinwegfegt, was im Kino bisher zu sehen war", heißt es dort. Dafür wird der Leibhaftige (Gabriel Byrne) persönlich bemüht. Er jagt einer unschuldigen Schönen (Robin Tunney) nach, die ihm nach mystischer Verheißung zur Jahrtausendwende neue Teufelsbrut gebären soll. Schwarzenegger gerät als desillusionierter Ex-Polizist eher widerwillig in den Schlamassel - er ist ausersehen, das Mädchen zu retten und so in letzter Sekunde den Weltuntergang abzuwenden.

    "'End of Days' hat Tiefgang, Action und Grusel", sagt der 52- Jährige, "und meine Figur hat einen Entwicklungsbogen, den ich immer schon spielen wollte". Tatsächlich ist die Rolle eines seelisch gebrochenen Mannes für den kraftstrotzenden "Terminator" ungewöhnlich. Aber der Film lässt keinen Raum zur Entwicklung der Figuren, zu Unter- und Zwischentönen. Statt dessen ist Gewalt um der Gewalt willen angesagt: Von der Decke hängt bluttriefend ein gekreuzigter Mensch, zwischen schwarzer Messe und diabolischer Vergewaltigung fliegen wahllos Autos, U-Bahnen und Kirchen in die Luft, und wer vom Teufel nix wissen will, bekommt seine Botschaft halt Buchstaben für Buchstaben ins Fleisch geschnitten.

    Dabei ist die äußere Verpackung brillant - die Produzenten von "Air Force One" setzen auf technischen Spitzenstandard. Für die Spezialeffekte zeichnet Hollywoods Monstermacher Nummer eins, Oscar- Preisträger Stan Winston ("Alien"), verantwortlich: Er lässt seinen Teufel als galertartige Masse durch die düsteren Straßenschluchten New Yorks wabern, eher er sich des schönen Körpers von Schauspieler Gabriel Byrne bemächtigt. Ein echter Genuss erwartet zumindest die Freunde von unkonventionellem Hard Rock: Nach achtjähriger Pause gibt Sänger Axl Rose von der legendären Hollywoodgruppe Guns'n'Roses erstmals wieder ein Lebenszeichen von sich. Sein Titel auf dem Soundtrack: "Oh my God". Oh mein Gott. Das passt.

    Nada Weigelt, dpa

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