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  • Kritik: Lahmes Rennen und maue Witze

    Wenn US-Comedy-Star-Regisseur Jerry Zucker Komödianten vom Kaliber John Cleese, Whoopi Goldberg, Cuba Gooding Jr. und Rowan Atkinson zu einem Film-Rennen versammelt, dann klingt das vielversprechend. Und auch der Zusatz "Der nackte Wahnsinn" im deutschen Titel von "Rat Race" erinnert an Zuckers Riesen-Erfolg "Die nackte Kanone".Doch trotz Starbesetzung kommt dieses Rennen nicht auf Touren.

    Nach dem Oscar-nominierten Film "Ghost - Nachricht von Sam" und "Der erste Ritter" ist der Regisseur damit zu seinen Anfängen zurückgekehrt: der turbulenten Komödie. Schon die Grundidee ist altbekannt: Donald Sinclair ("Monty Python"-Mitbegründer John Cleese), ein exzentrischer Tycoon, setzt sechs nach dem Zufallsprinzip ausgesuchte Besucher seines Casinos in Las Vegas auf eine Jagd an: Wer von ihnen als Erster einen mehrere hundert Kilometer entfernten Ort erreicht, dem gehören die zwei Millionen Dollar, die dort in einem Schließfach liegen.

    Der Witz bei der Sache ist allerdings die Wette, die dahinter steckt. Denn die Goldgräber und ihre Begleiter werden bei ihrem Rennen wie Wettkampf- Tiere unbemerkt von einer dekadenten Wettgesellschaft beobachtet, die wiederum hohe Einsätze auf den Gewinner abgeschlossen hat.

    Klarer Appell an die Schadenfreude.

    Natürlich läuft der Wettlauf chaotisch ab, unzählige Autos werden zu Schrott gefahren, einer nach dem anderen in die Wüste geschickt. Aber wie bei "Tom Jerry" fallen die Unglückraben immer wieder auf die Füße. Der Film appelliert klar an die Schadenfreude. So weit so gut. Doch leider bewegen sich die Witze auf Slapstick-Ebene oder beschränken sich auf platte Wortspiele. So verliert doch tatsächlich der einen nervigen italienischen Touristen spielende Rowan Atkinson ("Mr. Bean") als Mitfahrer bei einem Organtransport beinahe sein Herz. Dümmliche Scherze auf Kosten von Behinderten, Veteranen und Neonazis liegen immerhin jenseits des Bereichs von Tabu-Brüchen.

    Die heikle Sache mit dem "Rand der Peinlichkeit"...

    Produzentin Janet Zucker soll über ihren Mann gesagt haben, er wisse, dass Komik dann am explosivsten sei, wenn sie nicht vor dem Rand der Peinlichkeit zurückschreckt - aber wehe sie gehe darüber hinaus. Leider ist sie das in "Rat Race" über weite Teile. Hinzu kommt die mangelnde Spannung des Rennens und die Tatsache, dass der Film am Ende gar mit einem kitschigen Happy End aufwartet - das ist dann zwar überraschend, konterkariert aber den ohnehin schon fragwürdigen Stil dieser Komödie.

    Bemerkenswert: Whoopi Goldberg und Cuba Gooding Jr.

    Bemerkenswert ist an "Rat Race" allein, dass mit Whoopi Goldberg und Cuba Gooding Jr. die zumindest Hollywood-weit höchste Konzentration schwarzer Oscar-Gewinner in einem Film auftaucht. Mit Pfunden wie diesen muss "Rat Race" wuchern.

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