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  • Kritik: "L.A. Confidential" von Curtis Hanson - Raffinierter Polizei-Thriller

    Frankfurt/M (AP) Ein heiteres Postkartenmotiv vom süßen Leben in Kalifornien macht den Anfang. Doch die nächsten 136 Minuten widmet sich der neue Film des "Hand an der Wiege"-Regisseurs Curtis Hanson, "L.A. Confidential", vor allem dessen dunkler Kehrseite. Hinter der strahlenden Fassade der Großstadt Los Angeles nahe der Traumfabrik Hollywood geraten drei Polizisten in einen dunklen Morast aus Mord, Verrat und Erpressung, der auch sie am Ende zu verschlingen droht. Vorschnelle Verdächtigungen, Lug und Trug, getürkte Beweise: Nach einem Krimi von James Ellroy inszenierte Hanson einen Thriller im Stil der schwarzen Serie - clever, spannend und stilistisch virtuos.

    Los Angeles in den 50er Jahren. Ein brutaler Mord an einem Expolizisten ist zu klären, der zusammen mit mehreren Gästen eines Lokals rücksichtslos über den Haufen geschossen wurde. Der junge Ed Exley, gespielt von Guy Pearce, erhält seine seine erste Bewährungsprobe als Ermittler. Der ehrgeizige Mann macht sich an die Arbeit und präsentiert bald zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten drei junge Farbige als Täter. Doch Exley ahnt ebenso wie sein Kollege, Bud White (Russell Crowe), das dies nicht einmal die halbe Wahrheit ist.

    Als sich die beiden Männer, die eine deutliche Abneigung füreinander hegen, jeweils auf eigene Faust an die Lösung des Falls machen, geraten sie zusammen mit dem älteren Kollegen Jack Vincennes (Kevin Spacey) in ein raffiniertes Netz aus Korruption, Macht und Untreue. Nichts ist, was es scheint: Diese banale Wahrheit am Rande Hollywoods müssen auch die Polizisten machen. Und nicht nur bei Kim Basinger, die als Edelprostituierte mit Veronica-Lake-Outfit durch den Film irrlichtert, täuscht die Fassade.

    Mit Ehrfurcht greift "L.A.Confidential", das auf dem Buch "Stadt der Teufel" von Ellroy basiert, die Vorbilder der Cop-Filme der 50er Jahre auf und variiert sie zugleich. So hat auch der gute Polizist bei Hanson längst seine Unschuld verloren. Hollywood klopft bereits an die Tür und für gute Bilder halten die Gesetzeshüter auch schon einmal beim Fotografen des Gossenblatts "Hush Hush", Sid Hudgens, die Hand auf, der wunderbar schmierig von Danny de Vito gemimt wird. "The Bad und the Beautiful", dieser Filmtitel, der einmal vor einem Kino ins Bild rückt, trifft auch die Stimmung von Hansons Film. "L.A. Confidential" ist ein "Film noir" in Farbe, ein düsterer Cocktail des Verbrechens.

    In seinem raffiniert voranschreitenden Film setzt Hanson dabei auf spektakuläre Effekte des Polizeigenres. Aber die Spannung speist sich vor allem aus unaufdringlich placierten Wendungen und aus der irritierenden Beschreibung des moralischen Klimas einer Stadt, in der nur dann alles reibungslos verläuft, wenn ihre kriminelle Infrastruktur unangetastet bleibt.

    Von AP-Korrespondent Carsten Herz

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