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    Dr. Ellie Arroway (Jodie Foster)

    Wenig anderes sehnt die Menschheit so sehr herbei wie die Gewißheit, nicht allein im endlosen All zu sein. Robert Zemeckis Film "Contact" kalkuliert mit der allgemeinen Faszination am außerirdischen Leben und der inzwischen unverwechselbaren Wirkung von Hauptdarstellerin Jodie Foster.

    Daß gleichwohl ein nur stellenweise hochkarätiges, oft aber ziemlich aufgeblasenes Kinowerk entstanden ist, liegt in irdischen Unzulänglichkeiten begründet. Da half es auch nichts, daß für den Film US-Präsident Bill Clinton sich selbst spielte.

    Zemeckis, nach dem Welterfolg mit "Forrest Gump" in der allerersten Reihe der Hollywood-Regisseure, hat sich für sein neues Werk den Bestseller-Roman des verstorbenen amerikanischen Kosmologen Carl Sagan zur Vorlage gewählt. Erzählt wird darin die Geschichte der Astronomin Ellie Arroway, die vom unerschütterlichen Glauben an intelligente außerirdische Zivilisationen durchdrungen ist.

    Mit großer Hartnäckigkeit setzt sie die Installation gigantischer Radioteleskope durch, die systematisch nach Lebenszeichen von fernen Sternen forschen. Eines Tages ist es soweit: Von Wega im Sternbild Lyra kommt die ersehnte Rückmeldung!

    Als es gelingt, die Signale in Bilder zu verwandeln, ist die Verblüffung groß: Zu sehen ist ausgerechnet Adolf Hitler bei der Eröffnung der Olympiade 1936. Doch das Rätsel ist bald gelöst, denn damals waren die erste weltweite Fernsehübertragung auch ins All und nach 26 Lichtjahren zur Wega gelangt. Diese Episode des Films ist ein genialer Einfall und gekonnt inszeniert. Doch das gilt leider nicht für die nach dramatischen Turbulenzen schließlich verwirklichte Reise von Ellie Arroway und ihre Begegnung mit einer dem Menschengeschlecht an Weisheit und Technik weit überlegenen Zivilisation.

    Diese Begegnung gerät ebenso kitschig wie die Liebesgeschichte zwischen der Astronomin und dem theologischen Schriftsteller Joss Palmer konstruiert. Der glatte, sehr blasse Schönling Matthew McConaughey agiert als absurde Fehlbesetzung in einer Rolle, die selbst mit einem geeigneteren Schauspieler kein glaubwürdiger Charakter geworden wäre. Licht und Schatten liegen also nahe zusammen in Zemeckis "Contact": Die erfreulich ernsthafte Beschäftigung mit ethischen und philosophischen Fragen kollidiert immer wieder mit der Angst, den Kassenerfolg nur ja nicht mit zu wenig Action und Dramatik zu gefährden.

    Der mit 150 Minuten zu lang geratene Streifen hat in den USA nicht enttäuscht, aber auch nicht wie erhofft eingeschlagen. Dabei versprachen sensationelle Trickeffekte wie der berauschend schöne Filmanfang sowie die leibhaftige Mitwirkung von Präsident Bill Clinton, der die Weltsensation der Kontaktaufnahme mit Wega verkünden darf, besondere Spektakel für die Kinobesucher. "Contact" zeugt einmal mehr vom Fluch der Riesenetats, über die Erfolgsregisseure wie Zemeckis in Hollywood verfügen, die sie aber nicht immer sinnvoll nutzen können.

    Wer das Glück hat, über einen attraktiven Stoff und zugleich die starke Ausstrahlung der zierlichen Jodie Foster zu verfügen, der braucht nicht in allerlei dramaturgischen Schnickschnack zu flüchten. Zemeckis hätte auch mit einem weniger aufwendigen Film die faszinierende Frage nach außerirdischem Leben behandeln können. Doch in seiner Roman-Adaption wird der Zuschauer das Gefühl nicht ganz los, die aufgeworfenen tiefgründigen Probleme dienten letzlich doch nur zur Dekoration einer beispiellos penetrante Werbung für den Nachrichtensender CNN, dessen Kürzel immer wieder eingeblendet wird.

    In einem Hollywood-Film, der beansprucht, Botschaften ins Parkett zu übermitteln und es nicht nur bei Effekthascherei zu belassen, ist das mehr als ein Mißklang. An der besonderen Liebe des deutschen Kinopublikums zu Jodie Foster wird "Contact" nicht rütteln. Aber es wird deshalb einen Film wohl kaum besser finden, der etwas leichtfertig seine Chance verspielt, in eine Reihe mit Klassikern des Genres wie "2001" oder "E.T." aufzurücken.    

    Ellie ist auf der Suche. Als Kind übte sie sich als Amateur-Funkerin und wartete gespannt auf Reaktionen. Die erwachsene Ellie ist immer noch auf der Suche nach Antworten. Als passionierte Weltraumforscherin nimmt Jodie Foster Kontakt zu Außerirdischen aufnehmen.

    Ungezählte Tage verbringt sie damit, die von gigantischen Teleskopen aufgefangenen Signale aus dem Weltraum zu analysieren - bis sie tatschlich eine intelligente Botschaft aus dem All empfängt.

    Als einzige Frau verfolgt die Wissenschaftlerin in einer Männerdomäne fieberhaft ihre Vision, an die außer ihr keiner glaubt. Eine Rolle, in der sich Jodie Foster (34) wiedererkennt: "Auch ich war als Kind immer anders als die anderen", sagt die Hollywood- Schauspielerin, die bereits mit sieben Jahren in ihrer ersten TV- Serie mitspielte. Nach ihren Ausflügen auf den Regiestuhl glänzt die "Oscar"-Preisträgerin wieder als als zentrale Figur der Handlung.

    Mit der gleichen Kraft und Unabhängigkeit wie Ellie kämpft auch Foster um ihre Ziele. "Contact" ist bereits ihr 33. Film. An der Rolle habe sie vor allem die Verbindung zwischen Wissenschaft und Religion fasziniert. "Ich glaube, daß beides zusammengehört", sagt Foster. Sie setze zwar auf die Wissenschaft, habe aber einen "religiösen Instinkt" für das Universum und für Fragen nach dem "Woher" und "Warum". Der Friede, den Ellie nach ihrer Reise zum Stern Wega findet, bestätige sie in ihrer Auffassung. Im Gegensatz zu Ellie widme sie allerdings nicht ihr ganzes Leben der Arbeit, erzählt Foster. "Die Schauspielerei ist für mich ein Job von neun bis sechs. Und um sechs will ich nach Hause gehen."

    Anders als bei Filmen wie "Men in Black" oder "Das Fünfte Element" versucht "Contact" realistisch darzustellen, wie der Kontakt von Menschen mit Außerirdischen aussehen könnte. Der im Dezember 1996 gestorbene Weltraumwissenschaftler und Bestseller-Autor Carl Sagan, dessen gleichnamiger Roman die Vorlage für den Film ist, achtete auf die Glaubwürdigkeit des Drehbuchs. Regisseur Zemeckis, der bereits mit "Zurück in die Zukunft" und "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" die Kinocharts stürmte, brachte für die Dreharbeiten zu "Contact" fast das gesamte Team seines größten Erfolgsfilms "Forrest Gump" zusammen.

    Trotz beeindruckender Spezialeffekte und der zarten Liebesgeschichte zwischen Ellie und dem Theologen und Schriftsteller Palmer Joss (Matthew McConaughey), die sich als roter Faden durch den Film spannt, kann der Science-Fiction-Streifen den Spannungsbogen nicht über zweieinhalb Stunden halten. Zu platt erscheinen Bilder wie etwa die aus dem Weltraum empfangene Fernsehübertragung von der Eröffnung der Olympischen Spiele 1936 durch Adolf Hitler oder die Begegnung mit dem Vater im All.

    Ob die Ausnahmekünstlerin Jodie Foster als nächstes wieder vor oder hinter der Kamera stehen wird, ist noch offen. Auf jeden Fall wolle sie nicht mehr gleichzeitig in einem Film spielen und Regie führen, sagt sie. Die Absolventin der amerikanischen Elite- Universität Yale reizen Stücke, in denen sie die Heldin spielen kann, durch deren Augen der Zuschauer die Geschichte verfolgt. Sie müsse nicht immer im Mittelpunkt stehen, betont sie. Doch mit Rollen wie etwa der nett anzusehenden Freundin der Hauptfigur könne sie wenig anfangen. Und das ist immer noch das Angebot, das Hollywood Frauen vor allem zu bieten hat.

    Ungezählte Tage verbringt sie damit, die von gigantischen Teleskopen aufgefangenen Signale aus dem Weltraum zu analysieren - bis sie tatschlich eine intelligente Botschaft aus dem All empfängt.

    Anders als bei Filmen wie "Men in Black" oder "Das Fünfte Element" versucht "Contact" realistisch darzustellen, wie der Kontakt von Menschen mit Außerirdischen aussehen könnte. Der im Dezember 1996 gestorbene Weltraumwissenschaftler und Bestseller-Autor Carl Sagan, dessen gleichnamiger Roman die Vorlage für den Film ist, achtete auf die Glaubwürdigkeit des Drehbuchs. Regisseur Zemeckis, der bereits mit "Zurück in die Zukunft" und "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" die Kinocharts stürmte, brachte für die Dreharbeiten zu "Contact" fast das gesamte Team seines größten Erfolgsfilms "Forrest Gump" zusammen.

    Ob die Ausnahmekünstlerin Jodie Foster als nächstes wieder vor oder hinter der Kamera stehen wird, ist noch offen. Auf jeden Fall wolle sie nicht mehr gleichzeitig in einem Film spielen und Regie führen, sagt sie. Die Absolventin der amerikanischen Elite- Universität Yale reizen Stücke, in denen sie die Heldin spielen kann, durch deren Augen der Zuschauer die Geschichte verfolgt. Sie müsse nicht immer im Mittelpunkt stehen, betont sie. Doch mit Rollen wie etwa der nett anzusehenden Freundin der Hauptfigur könne sie wenig anfangen. Und das ist immer noch das Angebot, das Hollywood Frauen vor allem zu bieten hat. Von Stefanie Geiger, dpa

    Von AP-Korrespondent Wolfgang Hübner

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