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  • Kritik: Komödie um die Krise eines Killers - "Ein Mann - ein Mord"

    Frankfurt/M (AP) Auftragskiller Martin Q. Blank ist frustriert. Irgendwie macht ihm das Morden für Geld keinen rechten Spaß mehr. Warum das so ist, weiß er selbst nicht. Gewissensbisse jedenfalls verspürt er nicht; denn die eindringlichen moralischen Appelle seines Psychiaters prallen an ihm einfach ab.

    Da endlich bietet das Schicksal ihm Abwechslung. Ein lukrativer Auftrag läßt sich mit einer Einladung zum zehnjährigen Klassentreffen in seinem Heimatstädtchen Grosse Pointe verbinden nach dem Motto "erst der Mord, dann das Vergnügen". Martin will seine Jugendliebe Debi wiedertreffen.

    Den melancholischen Killer spielt John Cusack in der makabren Komödie "Ein Mann - ein Mord", die am nächsten Donnerstag in die Kinos kommt. Man sieht Martin nicht an, in welcher Branche er arbeitet. Mit seinem kurzen Haarschnitt und dem cool-unbewegtem Ausdruck in seinem jungenhaften Gesicht könnte er auch in der Werbebranche oder an der Börse arbeiten. Das Problem, was er den früheren Mitschülern über seinen Beruf sagen soll, quält ihn nicht lange. Er entscheidet sich für die Wahrheit, die allerdings halten die Kleinstädter für einen Witz.

    Nur Debi (Minnie Driver) gegenüber, die inzwischen Moderatorin des lokalen Radiosenders, hält er es für angebrachter, erst einmal nichts zu sagen. Denn er will sie wieder erobern. Debi ist allerdings keineswegs gewillt, ihm das spurlose Verschwinden ohne weiteres zu verzeihen.

    In der beschaulich wirkenden Kleinstadt steht Martin dann plötzlich im Supermarkt einem Profikiller gegenüber, der es ganz offensichtlich auf ihn abgesehen hat. Sein Kollege Grocer (Dan Ackroyd) hatte es erst auf die kumpelhafte Tour versucht, Martin für seine Killergewerkschaft zu gewinnen. Weil das nichts gebracht hat, hetzt er dem Konkurrenten den eiskalten Auftragskiller Felix auf den Hals. Und der will Martin ausgerechnet beim Klassentreffen umbringen.

    John Cusack, der jüngst als Polizist in "Con Air" zu sehen war, hat auch als einer der Drehbuchautoren an dem Film mitgearbeitet. Er hatte eine "scharze Komödie über den amerikanischen Traum" im Sinn. "Diese Menschen mit der unbedingten Siegermentalität, die notfalls über Leichen gehen würden, diese Menschen, die wir inzwischen gewohnt sind, als Helden zu bezeichnen, sehen wir ja tagtäglich in unseren Städten." Sein Filmheld, der Auftragskiller, komme nicht darauf, daß er selbst für seine innerliche Leere verantwortlich sei.

    Im Vergleich zu seinem Vorbild von Quentin Tarantino ist der Film allerdings nur eine Light-Version von "Pulp Fiction". Denn die von Regisseur George Armitage ("Miami Blues") inszenierte Killerkomödie versucht, genauso lakonisch und absurd zu erscheinen, aber gleichzeitig auch Mitgefühl mit dem Helden zu erzeugen. Während bei Tarantino keine Werte mehr eine Rolle spielen, läuft "Ein Mann - ein Mord" auf eine ziemlich konventionelle Love-Story hinaus. "Tiefschwarz", wie die Verleihfirma den Humor beschreibt, ist in dem Film nur der Anzug des Auftragskillers.

    Die Situationskomik der Geschichte bietet wenig Überraschungen. Daß die Zuschauer dennoch etwas zu lachen bekommen, liegt an den hervorragend besetzten Nebenrollen - vor allem an Alan Arkin als entnervter Psychiater, der weiß, daß seine Ermahnungen, wenigstens an einem Tag mal niemanden umzubringen, bei dem harten Brocken nichts fruchten werden. Auch Topstar Dan Ackroyd geht voll in seiner Rolle als übellauniger Auftragskiller auf, der mit seiner ernsthaften Berufsauffassung geradezu rührend komisch wirkt.

    Von AP-Korrespondentin Inge Treichel

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