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  • Kritik: Komödie über tierische Instinkte

    Kuh-Theorie. maskuline Verhaltensweisen in derb ironischem Licht

    Die agile Brünette, ganz zufällig ähnlichen Namens wie eine real existierende renommierte Schimpansenforscherin, stellt daraufhin über das Verhältnis von Männern und Frauen eine "Kuh-Theorie" auf, die sie erfolgreich in einer Zeitschrift veröffentlicht. Wie es Jane, ihrer Theorie und ihrem Liebesleben im Weiteren ergehen, erzählt Regisseur Tony Goldwyn in seiner Komödie "Männerzirkus".

    Der temperamentvolle Kampf der Geschlechter, zweite Regiearbeit des Schauspielers Goldwyn, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Laura Zigman. Das Tier im Manne wird hier genauso augenzwinkernd auf den Prüfstand gestellt wie das Liebeskonzept einer jungen Karrierefrau, die sich für äußerst lebenserfahren und eigenständig hält.

    Für diese leichte Sommerunterhaltung ließ sich eine ganze Reihe bemerkenswerter Darsteller auf die Weide führen. Neben Ashley Judd, der geheimnisvollen Mörderin aus Stephan Elliots "Das Auge" (1998), und Hugh Jackman, dem militanten Mutanten Wolverine aus Bryan Singers "X-Men" (2000), mischen mit Gusto noch mit bei diesem Fall von Rinderwahn: Marisa Tomei als leicht neurotische Zeitschriften- Redakteurin, Ellen Barkin als souveräne Talk-Masterin und ein überzeugender Greg Kinnear als ein rückgratloser Wurm von Lover.

    Was es mit der Kuh-Theorie auf sich hat, erfährt der Zuschauer gleich zu Beginn: Szenen auf einem Bauernhof beweisen, dass es einem Bullen schlichtweg unmöglich ist, längere Zeit mit ein und derselben Kuh die Natur zu ihrem Recht kommen zu lassen. Aus seiner Kuh wird in den Augen des Bullen nämlich ganz schnell eine "alte Kuh", und das männliche Rind tendiert seinem ureigenen Wesen nach stets zu einer "neuen Kuh".

    Parallelen erlebt bald darauf in der New Yorker Arbeitswelt Filmheldin Jane mit ihrem pseudo-romantischen Ray, der sie nach stürmischer Kurzaffäre sitzen lässt allerdings um zu seiner "uralten Kuh" zurück zu kehren. Frustriert widmet sich die "alte Kuh" nun weiteren Expeditionen ins Tierreich und dem Ausformulieren ihrer theoretischen Erkenntnisse. Aus rein praktischen Gründen wohnt sie inzwischen im Loft ihres zweiten Kollegen Eddie (Hugh Jackman), der den begnadetsten Körper seit Adonis besitzt und in Frauen scheinbar nichts als Sexobjekte sieht. Doch dass selbst ein Mann nicht nur von tierischen Instinkten, sondern auch von wahrer Liebe geleitet sein kann - das sieht Jane erst nach einigen teilweise schmerzlichen Irrungen und Wirrungen ein. Und so lautet denn auch die optimistische Botschaft dieser Kinoproduktion.

    Dreh- und Angelpunkt im "Männerzirkus" ist natürlich die besagte Kuh-Theorie, die es erlaubt, maskuline Verhaltensweisen in einem derb ironischen Licht zu sehen. Dabei wird besonders auf den Wiedererkennungseffekt unter den weiblichen Zuschauern gesetzt. Regisseur Goldwyn ließ sich inspirieren und erzählt seine Geschichte mit burleskem Humor. Ihm hilft, dass Ashley Judd prima Grimassen schneiden kann, dass Greg Kinnear ein unschlagbar trottelhaft hübsches Gesicht mit ebensolchen blauen Augen aufsetzt und dass der australische Shooting-Star Hugh Jackman überraschend Schönheit an Leib und Seele zu vermitteln weiß.

    Schnell wechselnde Bilder und flotte Dialoge tragen ebenfalls zur Vergnüglichkeit des Films bei. Doch ganz trägt die eigentlich originelle Grundidee die gut anderthalb Stunden nicht: Witz und Spannungsbogen lassen nach, es kommt zu keinem Feuerwerk an Ideen.

    Ulrike Cordes, dpa

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