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  • Kritik: Kommissarin unter Mordverdacht

    Schlechter konnte der Start für Polizistin Jessica Pollard bei der Mordkommission von San Francisco gar nicht ausfallen: Der erste Tote in dem Thriller «Twisted - Der erste Verdacht» ist gleich einer der zahlreichen One-Night-Stand-Liebhaber der von Ashley Judd («Doppelmord», «High Crimes») gespielten Frau.

    Pollard schließt aus den Hinweisen am Tatort auf den Beginn einer Mordserie. Und siehe da, kurz darauf wird die nächste Leiche gefunden - wieder ein Ex-Lover der Polizistin. Was unter normalen Umständen wohl zumindest zu einer sofortigen Suspendierung führen würde, dient dem Film als Plot: Die nymphomane Kommissarin bleibt im Dienst, um dem Mörder durch den offensichtlichen Bezug zu ihr auf die Spur zu kommen.

    Ashley Judd kann sich in «Twisted» nach «Doppelmord» (1999) wieder als sexy-abgehärtete Ermittlerin in eigener Sache präsentieren. Doch während sie damals die unschuldig Verurteilte auf der Suche nach ihrem verräterischen Ehemann noch recht glaubhaft spielte, kann sie hier nicht überzeugen: die kesse Politesse mit Hang zur Zügellosigkeit nimmt man ihr nur bedingt ab.

    Regisseur Philip Kaufman stellt ihr Samuel L. Jackson und Andy Garcia zur Seite. Jackson («Pulp Fiction», «Star Wars») spielt den Polizeichef, gleichzeitig Pollards Ziehvater, der sich ihr nach dem Tod ihrer Eltern angenommen hat. Er sorgt dafür, dass ihr trotz der intimen Kontakte zu den Opfern der Fall nicht entzogen wird. Garcia mimt Pollards Partner Mike Delmarco, der eigentlich wenig zu tun hat, außer die Auswahl an Verdächtigen zu vergrößern. Dass er in «Twisted» blass bleibt, ist dem dünnen Drehbuch von Sarah Thorp zuzuschreiben, die mit ihrer ersten Arbeit für eine große Hollywood-Produktion wohl ein wenig überfordert schien.

    Wenig plausibel erscheint auch die Drehbuchidee, dass Pollard Abend für Abend nach dem Genuss von Rotwein in eine tiefe Ohnmacht fällt. Am nächsten Morgen schaut sie sich dann zwar immer verwundert um und hat einen dicken Kopf, macht sich zunächst aber keine großen Gedanken. Erst als eines Morgens eine weitere Leiche neben ihr liegt - noch ein Verflossener - kommt sie ins Grübeln. Sie stellt sich die selbe Frage, die sich die Drehbuchautorin wohl auch vom Zuschauer erhofft: War sie es selbst, ein anderer Protagonist des Films oder doch der große Unbekannte?

    In den USA erntete «Twisted» teilweise verheerende Kritiken. Angekreidet wurde dem Streifen vor allem die Vorhersehbarkeit. An den US-Kinokassen brachte er bislang auch nur etwa die Hälfte der Produktionskosten von 50 Millionen Dollar ein.

    dpa

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