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  • Kritik: Knisternder, knallbunter Komödienreigen

    Temperamentvoll wirbelt die attraktive Buchhändlerin (Licia Maglietta) durch ihre Wohnung. Doch kaum berührt sie einen Lichtschalter, brennt eine Glühbirne nach der anderen durch. Auch im Liebesleben der energetischen Mittvierzigerin beginnt es kräftig zu funken, als ein junger Kunde (Claudio Santamaria) ihr im Buchladen plötzlich Avancen macht.

    In dieses Chaos der Gefühle platzt auch noch ihr Bruder (Emilio Solfrizzi) mit der überraschenden Nachricht, dass er in Wirklichkeit ein Adoptivkind sei und nun seinen leiblichen Bruder (Giuseppe Battiston) in einem kleinen Dorf in der Po-Ebene aufsuche.

    In der charmanten, leichtfüßigen Komödie «Agata und der Sturm» stellt der italienische Autor und Regisseur Silvio Soldini die Gefühlswelten seiner Protagonisten auf den Kopf: heftig, heiß, herzergreifend. Nach seinem internationalen Kinoerfolg «Brot Tulpen» strebte der Regisseur an, bei seinem neuen Spielfilmprojekt wieder mit den beiden Darstellern Maglietta und Battiston zusammenzuarbeiten.

    Gemeinsam mit seiner Co-Autorin Doriana Leondeff, die bereits an dem Skript zu «Brot Tulpen» beteiligt war, sowie dem italienischen Drehbuchautor Francesco Piccolo begann er, neue Figuren für sie zu entwickeln. Daraus entstanden die energiegeladene Titelheldin, die einen kleinen Buchladen betreibt, und die Figur des verträumten Vertreters, der in einem kleinen Dorf lebt.

    «Diese beiden Charaktere sind nicht nur räumlich weit voneinander entfernt, sondern wir haben sie auch in kultureller und sozialer Hinsicht aufeinander prallen lassen, um die weitere Geschichte ins Rollen zu bringen», erklärt Soldini. «Ich wollte diesmal einen Film mit vielen verschiedenen Figuren drehen und eine neue Struktur erschließen, in der die Charaktere nebeneinander existieren, um die Geschichte auf mehreren Ebenen vorantreiben zu können.»

    In «Agata und der Sturm» brechen die Figuren aus ihrem Alltag aus, überschreiten Tabugrenzen und ergreifen die Chance, in ihrem Leben einen Neuanfang zu wagen. Die emotional aufgewühlte Buchhändlerin bringt mit ihrer elektrisierenden Energie nicht nur Glühbirnen zum Platzen oder Computer zum Absturz, sondern lässt sogar die Sicherungen einer Ampel durchknallen, was einen schweren Verkehrsunfall zur Folge hat.

    Damit diese Komödie durch die dramatischen Ereignisse und Schicksalsschläge nicht an Schwung und Leichtigkeit verliert, setzt Soldini auf ein peppig-buntes Farbkonzept. «Es war mein Ziel, mich mit diesem Film auf eine surreale Ebene zu begeben, bei der die Story immer etwas über der Realität schwebt, obwohl sie eng damit verknüpft ist», so der Regisseur. «Durch diesen farbenfrohen Look haben wir eine Atmosphäre geschaffen, die selbst in dramatischen Momenten nicht in den Realismus abdriftet.»

    Bereits einige Wochen vor Beginn der Dreharbeiten begann Soldini, intensiv mit den Schauspielern zu proben und dabei den Dialogen und Szenen den letzten Schliff zu verleihen. «Ich versuche, mich in jeden Einzelnen hineinzuversetzen und seine Probleme zu verstehen, damit die Figuren menschlich wirken», erklärt der Regisseur.

    Mit «Agata und der Sturm» liefert Soldini eine warmherzige Komödie über die Zufälle des Lebens, mit der er stilistisch und thematisch an seinen Erfolgsfilm «Brot Tulpen» anknüpft. Dank der drei geschickt miteinander verwobenen Erzählstränge entfaltet er diesmal eine wesentlich komplexere Story, die zugleich einen ironischen Einblick in die Schwächen und dunklen Seiten der Figuren gibt. Für elektrisierende Schwingungen sorgt vor allem die grandiose Hauptdarstellerin Maglietta, die mit ihrem entwaffnenden Charme erneut das Kinopublikum verzaubern dürfte.

    dpa

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