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  • Kritik: Knallhart bis ins Koma

    Sie sind verletzt, wütend und ohne Halt. Was auf viele Jugendliche in Deutschland zutrifft, passt vielleicht umso mehr auf die Kids in amerikanischen Vororten.

    Und so hat der junge deutsche Regisseur Holger Ernst, der einige Jahre in den USA gelebt hat, mit dem großen Wim Wenders als Produzent im Rücken seinen ersten Spielfilm in den USA gedreht: In «The House Is Burning» lässt er eine Gruppe von Teenies exzessiv vor die Wand laufen. Episodisch schildert der Film Angst und Schrecken der jungen Menschen und bleibt in seiner Ballung von Konflikten dann doch im Klischee stecken.

    Noch 24 Stunden bleiben Mike, bis er zur US-Army geht und wahrscheinlich in irgendeinem Kriegsgebiet eingesetzt wird. Seine Freundin Valerie hat keine Lust, als Soldaten-Braut auf ihn zu warten und beginnt schon eine Affäre mit dem Kleindealer Phil. Gleichwohl plant Valerie eine Abschiedsparty für Mike.

    Phil braucht unterdessen dringend ganz viel Geld für ein Drogengeschäft. Vor der Party scheitert die hysterische Terry, voll gepumpt mit Pillen, auf groteske Art bei einem Vorstellungsgespräch. Und Steve, von schwerer Akne gezeichnet, besorgt sich eine Pistole, um endlich seinen prügelnden Vater aus dem Weg zu räumen.

    Das ist die Gemengelage, die im Filmtitel das Haus in Flammen setzt. Ernst schickt seine hervorragend ausgewählten Darsteller in ein Inferno der Gefühle. Schlecht ausgebildet und ohne Perspektive, von den Eltern vernachlässigt, geschlagen oder zumindest unverstanden, taumeln die Jugendlichen durch einen Tag und eine Nacht, die für einige im Koma, für andere im Gewaltausbruch endet.

    Das ist alles nichts Neues im Kino. Das weiß auch der 34 Jahre alte Regisseur Holger Ernst und setzt stattdessen auf einen durchaus packenden, schnellen und sehr realistischen Inszenierungsstil und unkonventionelle Darsteller, sie sich selbst in keiner Szene schonen. Doch um nachzuklingen in den Köpfen der Zuschauer, fehlt dem Film eine Haltung, die über stereotype Erklärungsmuster und pures Verständnis herausgeht.

    Karin Zintz, dpa

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