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  • Kritik: Klaus Mann im Kino

    Die Gefühle brodeln im Pariser Exil der 30-er Jahre: Hass, Liebe, Verzweiflung und Hoffnung schweißen die deutschen Flüchtlinge zusammen und treiben sie zugleich in die Arme von Verrätern.

    Die Schicksale aus Klaus Manns autobiografischem Emigrationsroman "Der Vulkan" hat Regisseur Ottokar Runze mit den Schauspielern Nina Hoss ("Das Mädchen Rosemarie"), Meret Becker ("Rossini"), Katharina Thalbach ("Sonnenallee") und Stefan Kurt ("Der Schattenmann") verfilmt. Kinostart ist der 21. Oktober.

    Der Film beschreibt das Exil als tiefe Entwurzelung. Kommunisten, Anarchisten, Abenteurer und Lebensmüde, Arme und Reiche fliehen vor Hitler in die Hauptstädte Europas. "Ist denn ganz Berlin hier versammelt", fragt Hauptfigur Marion von Kammer (Nina Hoss), eine couragierte Schauspielerin, als sie in Paris in der Stammkneipe ihres Dichterfreundes Martin Korella (Christian Nickel) eintrifft. Voller Elan kämpfen sie im Radio-Programm eines antifaschistischen Schwarzsenders für "die Stimme des anderen Deutschlands".

    Doch allmählich kristallisiert sich heraus: Die Jahre im Exil hinterlassen ihre Spuren bei den Vertriebenen. Martin zerbricht, weil er keine Worte mehr für seine Dichtung findet und dem Heroin verfällt. Marions Schwester Tilly (Meret Becker) nimmt sich das Leben, weil sie "nicht kämpfen" kann. "Ich interessiere mich im Grunde gar nicht für Politik." Marion dagegen wird immer mutiger und kühner bei ihren politischen Liederabenden. Doch in ihrer Einsamkeit sucht sie die Freundschaft des scheinbar treuen Weggefährten Walter Konradi (Stefan Kurt), der sich später als Spitzel der Gestapo entpuppt.

    Die Trostlosigkeit wird gegen Ende des Films, der vorwiegend in düsteren Keller-Clubs spielt, immer bedrückender. Runze, der Regisseur von "Hundert Jahre Brecht", wollte mit der Verfilmung "nicht auf der Welle des Mainstream" schwimmen. "Es ist die Geschichte von Liebe, die keine Erfüllung finden kann, von der Trauer um das Verlorene, zugleich aber vom Glück der Freiheit und der Würde des Verzichts", erklärt Runze. Ihre Kraft schöpfe die Geschichte aus dem Herzen der Menschen, aus "der Leidenschaft und Hingabe politisch fühlender Bürger".

    Wolfgang Hübner, AP

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