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  • Kritik: Klamauk statt erotischer Spannung

    Selten hat Hollywood in den letzten Jahren eine romantische Komödie auf die Leinwand gebracht, die so wenig halbwegs lustige Einfälle bietet wie die jüngste Arbeit des Komödienspezialisten Reginald Hudlin ("Boomerang").

    Da auch die Funken zwischen den beiden attraktiven Hauptdarstellern Elizabeth Hurley und Matthew Perry nicht überspringen wollen, serviert der Regisseur in "Mann umständehalber abzugeben!" eine Reihe meist platter Gags, die sich um die rechtzeitige Zustellung von Scheidungspapieren drehen.

    Angebot: Für eine Million die Fronten wechseln

    Joe Tyler aus New York hasst seinen Job, macht ihn aber sehr gut. Mit großer Hartnäckigkeit und Raffinesse stellt er für seine Auftraggeber unangenehme juristische Papiere wie Gerichtsvorladungen zu. So auch im Fall von Sara Moore. Ihr Mann Gordon, ein reicher texanischer Viehzüchter, hat sich eine Blondine als Geliebte zugelegt und will seine Frau loswerden. Sara riecht jedoch den Braten und taucht unter.

    Als Joe sie schließlich findet, macht sie ihm ein verlockendes Angebot: Wenn er auf ihre Seite wechselt und nun seinerseits ihre Scheidungspapiere in Texas an Gordon ausliefert, soll er eine Million Dollar bekommen. Denn in Texas muss der Ehemann im Scheidungsfall seiner Frau einen sehr viel höheren Teil seines Vermögens überlassen als in New York. Doch Sara und Joe haben nicht mit der Verschlagenheit von Joes Kollegen Tony und dem Einfallsreichtum Gordons gerechnet.

    Zumindest die Nebenfiguren sorgen für Lacher

    Das schauspielernde Model Elizabeth Hurley hat schon bei der schrillen Agentenparodie "Austin Powers" ihr Faible für derben Humor bewiesen, während ihr Filmpartner Matthew Perry neben seiner Dauerrolle in dem TV-Serienhit "Friends" im Kino in letzter Zeit eher durch seichte Romanzen wie "Herz über Kopf" oder "Ein Date zu dritt" aufgefallen ist.

    Für die seltenen Lacher in Reginald Hudlins neuem Filmlustspiel sorgen aber weniger die beiden steril wirkenden Hauptdarsteller, zwischen denen einfach keine erotische Spannung aufkommen mag, als vielmehr die Nebenfiguren Tony und Ray. Vincent Pastore, bekannt als Mafia-Bösewicht aus der Serie "The Sopranos", gibt mit sichtlichem Spaß am Grimassenschneiden dem Komödien-Affen ebenso Zucker wie Cedric "The Entertainer" als exaltierter Telefonterrorist.

    Oberflächliche Dialoge und primitive Späße

    Der deutsche Untertitel "Scheiden ist süß" der mit deutschen Fondsgeldern mitfinanzierten Komödie verrät die Motive, die die verheirateten Protagonisten umtreibt: Gordon will sein lästig gewordenes englisches Eheweib Sara abservieren, um sich einem hübschen blonden Dummchen zuzuwenden, während Sara sich für diese Unverschämtheit bei ihm dort rächen will, wo es ihm am meisten wehtut: bei der Geldbörse. Von Basis-Instinkten lassen sich auch die meisten anderen wichtigen Figuren treiben: Joe erliegt den Reizen der Dollars und der schönen Mandantin, sein Kollege Tony wird gesteuert von Neid und sein aufbrausender Chef Ray von Geltungsdrang.

    Zu diesem dramaturgischen Geflecht passen oberflächliche Dialoge und eine Serie derber bis primitiver Späße, die vom Monster-Truck-Rennen bis zur Verfolgungsjagd auf dem Gepäcktransportband eines Flughafens reicht. Den peinlich-drastischen Höhepunkt aber liefert Joe, wenn er als falscher Tierarzt in mühevoller Handarbeit einen Stier durch eine Prostata-Massage zur Samenspende für die Rinderzucht zwingen muss.

    Reinhard Kleber, ddp

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