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    Kritik: Kinostart 3. Oktober - Trotz vieler Effekte:

    Hamburg (dpa) - Großer Aufwand für einen kleinen Holzkerl: Stolze 36 Millionen Dollar kostete die opulente Verfilmung der Geschichte der sprechenden Marionette "Pinocchio". Doch obwohl die unter deutscher Beteiligung entstandene Mammut-Produktion mit Stars wie Martin Landau als Holzschnitzer und Udo Kier als Bösewicht Lorenzini aufwartet, wirkt das Märchen etwas hölzern. Dialoge, Charaktere und der Fluß der Story bleiben hinter aufwendiger Animation und unzähligen Spezialeffekten zurück. Am diesem Donnerstag kommt der adaptierte Kinderbuchklassiker auf die deutschen Leinwände.

    Was unter der Regie von Steve Barron entstand, ist ein phantastisches Märchen im Stil von "Captain Hook" oder der "Unendlichen Geschichte". Die zugrunde liegende Story bietet dazu genügend Rohmaterial - zwölf Wochen lang wurde in der alten tschechischen Stadt Cesky Krumlov gedreht und dann neun Monate lang aufwendig bearbeitet.

    Wer kennt sie nicht, Carlo Collodis Geschichte vom Holzschnitzer Geppetto und seinem Pinocchio? Dem alten Puppenmacher, der allein mit unzähligen Holzfiguren lebt, gelingt eines Tages ein Meisterwerk: Als er wieder einmal eine Puppe schnitzt, geschieht ein Wunder - die neue Marionette lebt. Pinocchio kann sich ohne Fäden bewegen und sogar sprechen. Der kleine neugierige Kerl, der allerlei Blödsinn anstellt, wächst dem Schnitzer ans Herz wie ein Sohn.

    Doch erregt die Puppe auch die Aufmerksamkeit des geldgierigen Jahrmarktschaustellers Lorenzini, der sich den kleinen Kerl für sein Puppentheater unter den Nagel reißen will. Eine abenteuerliche Flucht führt Pinocchio, der so gern ein "richtiger Junge" mit einer Seele sein will, bis in den Bauch eines Seeungeheuers - aber schließlich doch zum Happyend.

    "Oscar"-Preisträger Landau interpretiert den sympathischen Puppenmacher und vollbringt damit eine beeindruckende schauspielerische Leistung. Er findet die richtige Mischung aus Märchensphäre und Normalität. Es fällt nicht fällt schwer, diesen Eigenbrödler gern zu haben. Er verleiht dem Märchen Kontur, das sonst von recht kitschigen Bildern und Dialogen getrübt wird. Spätestens wenn sich zum Text "Wunder entstehen im Herzen" ein funkelndes Herz aus sprühenden Lichtschimmern auf der Cinemascop-Leinwand ausbreitet, wäre weniger mehr gewesen.

    Von Bettina Schiel, dpa

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