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  • Kritik: Kino/Film - Nahaufnahme

    Frankfurt/Main (AP) An einem Tag und einer Nacht im Leben des 18jährigen Dark begegnet der Film "Nowhere" einer Szenerie kalifornischer Teenies, die von Popkultur und Fernsehserien wie "Baywatch" geprägt sind. Ihr Leben dreht sich um die Suche nach Sex, Rumhängen, Inline-Skating, Styling und Drogen.

    Während einige den Rausch erleben, werden andere schockartig von Gewalt und Horror überfallen. Der 37jährige Amerikaner Gregg Araki, Autor, Regisseur und Produzent in einer Person, hat mit "Nowhere" seine "Trilogie einer verdammten Generation" abgeschlossen. Der Film läuft am 8. Januar in Deutschland an.

    Eine Szene-Bar und einer große Party sind die Schauplätze für Arakis Zeitbild-Collage aus Sehnsüchten und Exzessen von Jugendlichen. Sie sind verknallt, lebenshungrig, depressiv angehaucht, selbstverliebt, pervers, schüchtern oder durchgeknallt. Auf der Toilette der Bar beginnt eine zarte Romanze zwischen dem Highschoolgirl Egg und einem Fernsehstar. Das Ende davon ist, wie man in einer späteren Szene sieht, aber alles andere als happy. Während der Rocker Cowboy an den Problemen mit seinem Lover Bart kaut, liegt dieser mit den Sado-Maso-Gespielinnen Kriss und Kozy (Chiara Mastroianni und Debi Mazar) im Bett, interessiert sich aber mehr für die Ware, die ihm Drogenhändler Handjob serviert.

    Dingbat ("Kelly Bundy" Christina Applegate) glaubt daran, daß die Welt untergeht, und ist verliebt in Eggs Bruder Ducky. Der betet jedoch seine Sandkastenliebe Alyssa an, die ihrerseits nur Augen für den Harley-Fan Elvis hat. Dark (James Duval) glaubt, die Richtige gefunden zu haben, träumt aber auch von dem blondgelockten Montgomery. Seine Freundin Mel (Rachel True) hat ganz offensichtlich auch viel für ihre Freundin Lucifer (Kathleen Robertson) übrig. Auf der Party vergnügt sich Mel mit den blonden Surfer-Zwillingen Ski und Surf.

    In der überhitzten Atmosphäre von Sex, Alkohol und Drogen gerät das Mega-Fest aus den Fugen. Dark sieht plötzlich, wie ein Trio von Valleygirls von einem saurierähnlichen, mit einem Strahlengewehr bewaffneten Alien eingenebelt und in eine andere Welt gezappt wird...

    Regisseur Araki spielt mit den wechselseitigen Beeinflussungen zwischen der 90er-Jahre-Jugend und ihren Spiegelbildern im Fernsehen. Mit Serienstars wie Shannen Doherty, John Ritter (als Tele-Evangelist), Beverly D'Angelo und Tracy Lords, die in Gastauftritten zu sehen sind, karikiert er die heile und süßliche Teenie-Welt des Fernsehens. "Baywatch"-Held Jaason Simmons mimt ein Teenidol, das sich plötzlich zur Bestie wandelt. Und in einer Gewaltorgie vermischen sich Blut und Tomatensaft.

    Die Abstürze und Brüche kommen in "Nowhere" so plötzlich, daß einem der Atem stockt. Ansonsten wirken die Jugendlichen wie ausgestellt als Gefangene im Netz ihrer Befindlichkeiten. "Ich wollte die Welt durch die Augen eines verwirrten 18jährigen zeigen, eine Welt, in der alles passieren kann", erklärt Araki. "In diesem Alter geht alles um Leben und Tod." Bei seinem Trip durch die Popkultur geistern auch Filmvorbilder herum wie die Motive aus "Denn sie wissen nicht, was sie tun" oder "American Graffiti".

    Von AP-Korrespondentin Inge Treichel

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