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  • Kritik: Killerkomödie "Ein Mann, ein Mord":

    Hamburg (dpa) - Killer mit Hang zur Selbstironie sind bei deutschen Kinofans stark in Mode. Zumindest auf der Leinwand konnten die bezahlten Gnadenlosen in Maßanzügen, mit Schalldämpfern und gefrierendem Lächeln in jüngster Zeit große Erfolge verbuchen. Nach dem Kult um Quentin Tarrantinos "Pulp Fiction" schickt sich nun die Killerkomödie "Ein Mann, ein Mord" an, die Fangemeinde der Auftragsmörder zu erobern.

    In die große Welt der Gefühle kann und will der gefragte Profi- Mörder Martin Blank (John Cusack) nicht einsteigen. Seine Aufträge erfüllt der lakonisch-charmante "Hitman" routiniert und ohne Mienenspiel. Einzig seinem ängstlich analysierenden Psychiater klagt er von der inneren Leere und der fortdauernden Ruhelosigkeit, die ihn in jüngster Zeit umgibt. Die Einladung zum zehnjährigen Klassentreffen scheint daher eine willkommene Abwechslung - zumal Blank in seinem Heimatstädtchen noch einen Auftrag zu erledigen hat.

    Neben dem eher freiwilligen Kontakt mit seiner alten Jugendliebe Debbie, die er zu Schulzeiten beim Abschlußball ohne Entschuldigung hatte sitzen lassen, macht Blank die ungewollte Bekanntschaft mit einem kaltblütigen Berufsgenossen, den die Konkurrenz auf ihn angesetzt hat. Auch zwei dilletantische Regierungsaggenten haben es auf Leib und Seele des stillen Helden abgesehen. Schließlich kommt Blank zwischen Kugelhagel und Klassenklön noch sein manischer Gegenspieler Grocer (Dan Aykroyd) in die Quere, der den Erzrivalen für seine Berufsvereinigung anwerben will nach dem Motto: "Seitdem das Berlin-Ding gelaufen ist, gibt es zuviel Konkurrenz von hinter dem eisernen Vorhang."

    Freunde ausgefallener Unterhaltung werden mit dieser rabenschwarzen Killer-Romanze trefflich bedient. Schenkelschlagen erzeugt vor allem die stete pointenreiche Situationskomik und der groteske Widerspruch zwischen der alltäglichen Brutalität und der Routine, mit der alle Beteiligten damit umgehen.

    Dabei zeigen Drehbuchautor und Hauptdarsteller Cusack ("City Hall", "Con Air") sowie Regisseur Armitage auch Anerkennung für Tarrantino. Während bei einer wilden Schießerei in einem Supermarkt die Fetzen fliegen, wird auch ein Werbeplakat für "Pulp Fiction" von Kugeln durchsiebt. Und wie schon das Vorbild, so sucht auch "Ein Mann, ein Mord" seine Fangemeinde nicht nur in den Kinosesseln, sondern auch im Musikmarkt. Der Soundtrack wird mit Hits aus den 80er Jahren von "The Clash", "Faith No More", "The Cure" und sogar Nena ("99 Luftballons") sicherlich die Kassen klingen lassen.

    Von Martin Oversohl, dpa

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