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  • Kritik: Kiefer Sutherlands Regiedebüt

    Bislang kennen ihn die Kinogänger vor allem als rauhbeinigen Cowboy aus "Young Guns". Bei dem Film "Ort der Wahrheit" steht der amerikanische Schauspieler Kiefer Sutherland zum ersten Male nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera.

    "Truth or Consequence, N.M.", so der Originaltitel seines Regiedebüts, ist ein Ort im US-Bundesstaat New Mexico. Dort bahnt sich das blutige Ende des Gangsterpärchens Raymond und Addy an. Diese suchen 100 Minuten lang das große Glück zwischen Raubüberfällen, heißen Liebesschwüren und der ewigen Flucht vor der Polizei - ganz im Stil ihrer legendären Vorgänger Bonnie und Clyde.

    Sutherlands Film versucht, eine moderne Version des Klassikers mit einem Hauch von Quentin Tarantinos "Pulp Fiction" zu erzählen. Und das gelingt ihm: Gezeigt wird viel Gewalt, absurde, witzige und kluge Dialoge und überraschende Momente, die den Zuschauer zuweilen den Atem anhalten lassen. Was die Macher des Films als "Psychogramm einer Extremsitutation" ankündigen, ist die Geschichte eines Raubüberfalls, der ein blutiges Ende nimmt.

    Der Gangster Raymond (Vincent Gallo) will sich nach dem Gefängnis mit einem letzten Coup das nötige Kleingeld für ein sorgenfreies Leben verschaffen, was aber schiefgeht. Er flieht zusammen mit seiner Freundin Addy (Kim Dickens), dem Psychopathen Curtis (Kiefer Sutherland) und dem geheimnisvollen Marcus (Mykelti Williamson). Im malerischen Bundesstaat Utah nimmt das von der Polizei gejagte Quartett ein biederes Pärchen als Geiseln. Die anschließende Flucht wird zum spannenden Psychodrama.

    Nachdem die Bande in Las Vegas schließlich unangenehme Bekanntschaft mit einigen Drogendealern gemacht und Curtis einen Drogenboß getötet hat, schaffen sie nur noch die Flucht nach New Mexico. Dort lauert nicht nur der rachesüchtige Mob, sondern auch eine Hundertschaft der Polizei. Sutherland zieht in dem Finale alle Register. Trümmer fliegen, und Blut fließt in Strömen. Das Ende überrascht wenig, dafür aber sind die raffinierten Wendungen, die Sutherland der Geschichte verleiht, sehenswert. Wer allerdings gegen blutige Gewaltszenen im Kino ist, sollte den "Ort der Wahrheit" meiden.

    Caroline Bock, dpa

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