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  • Kritik: Keaton als psychopathischer Serienmörder auf der Flucht

    Ein Fall von makabrer Ironie des Schicksals: Ausgerechnet der hochgefährliche Schwerverbrecher Peter McCabe (Michael Keaton) wird als Knochenmarkspender für den leukämiekranken Polizistensohn Matt gebraucht. Der psychopathische Serienmörder, der den Rest seines Lebens unter schärfster Bewachung im Gefängnis vor sich hat, erklärt sich bereit zu helfen. Doch in Wirklichkeit klügelt er einen Fluchtplan aus, den er skrupellos durchsetzen wird. "Mittel der Verzweiflung" sind das Thema des Actionthrillers "Desperate Measures", der am Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft.

    Natürlich läuft das auf das alte Polizei-jagt-Verbrecher-Spiel hinaus, aber die Grenzen von Gut und Böse geraten bei dem ungleichen Kampf ums Überleben zuweilen arg ins Rutschen. "Wie viele Menschen müssen heute noch sterben, nur damit dieses Kind am Leben bleibt, Frank?", fragt der Polizeichef den Vater des todkranken Kindes, Frank Connor (Andy Garcia), nachdem der zu allem entschlossene Psychopath auf seiner Flucht durch die Gänge der Klinik den ersten Toten zurückgelassen hat.

    Connor hat keine Wahl, wenn er das Leben seines Jungen retten will: Er muß den hochintelligenten wie brutalen McCabe wieder einfangen, und zwar lebend. Denn das Knochenmark kann nur von einem lebenden Menschen übertragen werden.

    Bei dieser nervenzerfetzenden Jagd nimmt er sich noch die Zeit, seinen Jungen im Krankenzimmer Mut zuzusprechen. Der Zehnjährige beurteilt die Lage noch am vernünftigsten: Er stellt ruhig - um nicht zu sagen: auf eine unrealistisch altkluge Art - fest, daß er schon bald sterben wird, wenn McCabe nicht gefaßt wird. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

    Sein Vater bleibt dem schwerbewaffneten Verbrecher auf den Fersen, obwohl dies kaum zu glauben ist, da er mehr als einmal die Spur in dem weitläufigen Gängen des Krankenhauses verloren hat. McCabe kämpft sich ohne Rücksicht auf Verluste durch, und bei der Verfolgung entfernt sich Connor immer mehr von seinen Kollegen und seiner Aufgabe als Polizist.

    Regisseur Barbet Schroeder, der beim Psychothriller "Weiblich, ledig, jung..." mit subtilen Mitteln nervenzerreißende Spannung aufgebaut hat, verläßt sich in "Desperate Measures" mehr auf Actionsszenen. Darin wird viel geschossen und geblutet, gerannt und geklettert, die Spannung hält sich dennoch in Grenzen, zumal manche Szene doch arg konstruiert scheint.

    Völlig überzeugend allerdings mimt Michael Keaton die Bestie in Menschengestalt mit einer Eiseskälte, die etwas an Hannibal Lector aus "Das Schweigen der Lämmer" erinnert. Solche Wirkung erreicht man am besten über die Reaktionen, die der Bösewicht hervorruft: Bei McCabe ist es die Begegnung mit Polizeihunden, die vor Angst aufjaulen. Andy Garcia hat diesmal die Rolle des Sympathieträgers und mußte dafür in Kauf nehmen, daß er die Nummer zwei bleibt.

    Wolfgang Hübner, AP

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