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  • Kritik: Kate Beckinsale im Krieg der Kreaturen

    Es gibt da draußen eine dunkle, verborgene und gefährliche Welt, in der uralte Wesen um die Vorherrschaft kämpfen - die "Underworld".

    Unbemerkt von den Menschen tragen Werwölfe und Vampire dort seit Jahrhunderten eine blutige Fehde aus. Nun endlich, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, scheint die Schlacht entschieden: Die Werwölfe, im Film Lycans genannt, sind so gut wie ausgelöscht - glauben zumindest die Vampire.

    Doch Alpha-Wolf Lucian (Michael Sheen) plant einen Gegenschlag: Dazu muss er den Nachfahren einer uralten Familie finden, eine Art Ober-Unsterblichen, der Vampir- und Wolfsblut in sich vereint. Mit dessen Hilfe will er den Kampf endgültig entscheiden.

    Soweit die Bedrohungslage. In den Mittelpunkt seines ebenso düsteren wie Action geladenen Regiedebüts stellt Len Wiseman jedoch die junge Vampirkriegerin Selene (Kate Beckinsale) - einen blassen Todesengel mit strähnigen Haaren, hautengem Latex-Anzug und "Matrix"- Mantel. Dem Titel entsprechend führt bereits eine der ersten Szenen in die Unterwelt, eine U-Bahnstation, in der Selene und ihre Mitstreiter einen Überfall der Werwölfe auf den (menschlichen) Medizinstudenten Michael Corvin (Scott Speedman) verhindern.

    Selene ist die einzige ihrer Art, die Lucians plötzliches Interesse an dem Menschen Michael stutzig macht. Sie ahnt, dass der Unterwelt-Fürst einen perfiden Plan verfolgt. Gegen den Willen ihres Anführers Kraven (Shane Brolly) heftet sich Selene an die Fersen des Medizinstudenten und stößt dabei auf den Ursprung der ewigen Fehde zwischen Vampiren und Werwölfen. Der Krieg der Kreaturen geht auf einen 600 Jahre alten Konflikt zurück - ein Klassenkampf und zugleich die Geschichte einer großen Liebe, die dem Rassenwahn zum Opfer fiel.

    Düster-durchgestylte Bildern und schnelle Schnitte

    Mit düster-durchgestylten Bildern und schnellen Schnitten beschwört Regisseur Len Wiseman eine Welt herauf, die er seinem Publikum in einer Schwindel erregend verstrickten Story zu Füßen legt. Dabei hat er unverhohlen bei erfolgreichen Vorbildern geklaut: Eine großzügige Portion "Matrix", ein wenig "Blade" und eine Prise "Romeo und Julia" - das alles vor der verregneten Kulisse von "Batmans" Gotham City.

    Vom ursprünglichen Vampir-Mythos hat "Underworld" hingegen wenig übrig gelassen - von Kleinigkeiten, wie den Fangzähnen und der Unsterblichkeit einmal abgesehen. Vorbei sind die Zeiten als Dracula seinen Opfern noch in die Hälse biss. Die Waffen der Vampire sind vollautomatisch - und Wisemans Werwölfe ballern mit blau-leuchtender Spezial-Munition zurück. Sehenswert ist vor allem die computeranimierte Verwandlung der Lycans von ihrer menschlichen Tarngestalt in die der Werwölfe. Kein Wunder, war Len Wiseman doch vor seinem Regiedebüt für die Spezialeffekte von Kinoknüllern wie "Men in Black" und "Godzilla" verantwortlich.

    Technische Perfektion erstickt die Schauspieler

    Angesichts dieser technischen Perfektion gehen die Schauspieler in der "Underworld" ein wenig unter. Auch wenn der "Matrix"-Mantel noch so schwingt: Kate Beckinsale ("Pearl Harbor") fehlt die Coolness einer Carrie-Ann Moss. Selenes Betonmimik vermittelt vor allem eines: Kälte. Und so trifft es den Zuschauer völlig unvorbereitet, wenn die Vampirkriegerin plötzlich ihren menschlichen Schützling Michael küsst. Der wiederum verbringt einen Großteil des Films damit, bewusstlos oder angekettet zu sein, was es dem bisher vorwiegend aus dem Fernsehen bekannten Darsteller Scott Speedman erschwert, einen bleiben Eindruck zu hinterlassen.

    Auch Filmbösewicht Lucian - dargestellt von Beckinsales ehemaligen Lebensgefährten Michael Sheen - wirkt trotz soliden Spiels eher blass. Schon physisch stößt der britische Theaterstar in dieser Rolle an die Grenzen der Glaubwürdigkeit: Neben den muskelbepackten und grobschlächtigen Werwolf-Darstellern wirkt der eher schmächtige Mime wie ein Hänfling - keineswegs aber wie ein gefürchteter Unterwelt- Fürst.

    Gewalttätige, aber seltsam ästhetische Traumwelt

    Dennoch ist "Underworld" ein sehenswerter Film, der seine Zuschauer in einen Bilderrausch, eine gewalttätige, aber seltsam ästhetische Traumwelt versetzt und tief in den uralten Kampf der Kreaturen hineinzieht. Es ist daher keine Drohung, wenn Selene am Ende aus dem Off eine Fortsetzung der Vampir-Saga ankündigt - eher ein Versprechen.

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