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  • Kritik: Kaputte Liebe, wahre Liebe

    Hamburg (dpa). Das Callgirl Sera und der Trinker Ben machen ernst miteinander - mitten in der schnellebigen Scheinwelt der Glitterstadt Las Vegas. Die Geschichte ihrer dem Tode entgegentaumelnden Beziehung ist die Geschichte aufrichtiger und tiefer Gefühle.

    "Auch in diesen dunklen Abgründen sind wir auf der Suche nach Liebe", sagt Schauspielerin Elisabeth Shue, die für die Rolle des Callgirls in diesem Jahr "Globe-" und "Oscar"-Nominierungen einheimste. Mike Figgis eindringliches Trinker-Drama "Leaving Las Vegas" kommt an diesem Donnerstag (9.5.) in die deutschen Kinos.

    Die beiden Schauspieler gehen darin bis an die darstellerischen Grenzen. Nicolas Cage gewann für seine Rolle als gefeuerter Drehbuchautor Ben in den entwürdigenden Fesseln der Alkoholsucht im März den "Oscar" als bester Hauptdarsteller. Aber auch Shue läßt als Sera tief in die Abgründe der Demütigung blicken. So etwa, als sie beim Anschaffen von einer Horde Halbstarker vergewaltigt wird. "Das war die schwerste Szene. Ich habe versucht, Sera so zu sehen, wie sie sich in diesem Moment selber sah - sie wollte sich selbst zerstören", sagt die blonde Newcomerin aus Los Angeles im dpa-Gespräch.

    In seiner fatalen Konstellation bleibt dem Paar kaum Spielraum, die Gefühle zueinander auf eine beständige Basis zu stellen. Ben und Sera merken, daß ihre Liebe keine Zukunft hat und versuchen, sich für das abzusehende Scheitern zu bestrafen: Die Verzweiflung, mit der sie sich gegenseitig wehtun, fremdgehen, trinken, schneidet auch beim Betrachter tief ein.

    Die Spielerkulisse von Las Vegas verstärkt den Eindruck des verzweifelten Kampfes um Alles oder Nichts. "Dieser Film konnte nirgendwo anders spielen als in Las Vegas. Aber die Stadt wollte uns gar nicht da haben", berichtet die Schauspielerin von den Dreharbeiten. Als zu negativ und problembeladen wurde das Projekt abgewiegelt, viele Szenen wurden deshalb in Kalifornien und einer Spielerstadt in Nevada gedreht.

    Vorlage für die drastische Story lieferte der autobiographische Bericht eines Freundes von Regisseur Figgis. "Er beging drei Wochen vor Drehbeginn Selbstmord. Das war für uns umso mehr Motivation und Verpflichtung, den Film zu machen", sagt die mädchenhaft und ernst zugleich wirkende Schauspielerin. "Wir brachten schließlich mehr Licht und Unschuld in den Film als es im Drehbuch vorgesehen war." Die Rolle der Sera war eine Herausforderung für Shue, die bislang in TV-Produktionen oder Filmen wie "Zurück in die Zukunft" und "Soapdish" zu sehen war.

    Hemmungen, eine Hure zu spielen, habe sie nicht gehabt. Die Kraft dazu zog Elisabeth Shue aus ihrem persönlichen Umfeld - seit bald zwei Jahren verheiratet, sieht sie sich als ausgesprochenen Familienmenschen. Deshalb lautet auch ihr konkreter Wunsch für die Zukunft, daß Kinder die Filmkarriere bald für eine Weile unterbrechen: "Schließlich möchte ich meinen eigenen Töchtern einmal beibringen, stolz darauf zu sein, eine Frau zu sein."

    Von Andrea Barthelemy, dpa

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