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    Kritik: Kampfkunst statt Filmkunst

    Beschränkte schauspielerische Fähigkeiten

    Zu Beginn des Films wirft er den Vizepräsidenten, der auf einer Brücke von einer Terroristengruppe angegriffen wird, kurzerhand in den Fluss. Obwohl Boyd noch im Alleingang die Terroristen umlegt, bringt ihm seine originelle Rettungsaktion eine Strafversetzung ins verrufene 15. Revier von Detroit ein, wo er sogleich eine Autoknackerbande verprügelt.

    Es folgt die Degradierung zum Verkehrspolizisten und somit der absolute Tiefpunkt in der Laufbahn dieses unnachgiebigen Kämpfers gegen das Böse. Doch der Dienst als Verkehrspolizist bleibt nur Episode. Bald darf Boyd wieder Streife fahren. Er entdeckt, dass seine Kollegen einen schwunghaften Rauschgifthandel betreiben, und macht sich sofort daran, den Sumpf aus Korruption und Machtmissbrauch trockenzulegen. Dabei helfen ihm die hübsche Revierchefin Commander Mulcahy (Jill Hennessy) und sein neuer Partner (Isaiah Washington).

    Ein korruptes Polizeirevier könnte ein interessantes Filmthema sein, doch nicht in diesem Fall. Der ehemalige Kameramann Andrzej Bartkowiak zeigt nach seinem Regiedebüt "Romeo Must Die" wiederum, dass es ihm weniger um die Inszenierung von Verunsicherung und diffuser Bedrohung als um das Filmen spektakulärer Stunts geht. Bei ihm gibt es neben einer Hubschrauberexplosion massenweise Autocrashs mit Überschlag zu bewundern. Die sind zwar technisch auf dem neuesten Stand, gut gefilmt, noch besser zusammengeschnitten und mit der entsprechend trendigen Hip-Hop-Musik unterlegt, aber meilenweit von intelligenter Unterhaltung entfernt.

    Kampfkunst statt Filmkunst heißt bei Bartkowiak die Devise. Das Drehbuch von Ed Horwitz liefert mit dem Drogenkönig Latrell Walker nur eine Figur, die sich der simplen Schwarz-weiß-Zeichnung entzieht. Der mittlerweile 30-jährige Rapper DMX spielt Walker, und er arbeitet damit nach seinem Auftritt in "Romeo Must Die" weiter an seiner Filmkarriere.

    Seine schauspielerischen Fähigkeiten sind allerdings ähnlich beschränkt wie die von Steven Seagal, dessen unbewegliches Gesicht regelmäßig von der Kritik verspottet wird. Dabei ist es doch wohltuend, dass sich der Martial-Arts-Spezialist gar nicht erst in der Schauspielerei versucht. Sein stoischer, eher gutmütiger Gesichtsausdruck steht so wunderschön im Kontrast zu seinen rüden Aktionen. Dass es Zoff gibt mit ihm, darauf kann sich der Zuschauer ohnehin hundertprozentig verlassen. Und immer macht Steven Seagal den Eindruck, dass er viel lieber in Ruhe ein Bier trinken würde.

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