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  • Kritik: Kampf mit Gott und Grünen Männchen

    Mit "Signs. Zeichen" hat der "The Sixth Sense"- Regisseur M. Night Shyamalan einen Thriller mit reichlich Suspense vorgelegt. Mel Gibson spielt einen zum Bauern gewordenen Priester, der Kornkreise in seinen Maisfeldern findet. Die Angst vor Außerirdischen wächst weltweit, bis sie schließlich tatsächlich vor der Tür stehen und die Menschen umbringen wollen.

    In den USA startete "Signs" trotz bizarrer Handlung mit überraschendem Erfolg, und auch in Deutschland finden sich zur Einstimmung bereits einzelne Berichte über Kornkreis-Phänomene in den Medien.

    Glaube verloren nach dem Tod seiner Frau

    Wäre Graham Hess (Gibson) nicht schon längst vom Glauben abgefallen, dann würde sein Vertrauen in Gott sicherlich erschüttert, als Aliens durch seinen Vorgarten laufen. Zumal sie wie in grüne Plastikkostüme gesteckte Statisten aussehen, ohne jedoch in irgendeiner Form menschliche Rücksichten zu nehmen. Seinen Glauben hat Hess allerdings bereits vor der Invasion aus dem All eingebüßt.

    Seit er seine Frau durch einen Autounfall verloren hat, bewohnt er mit Bruder (Joaquin Phoenix) und Kindern alleine eine abgelegene Farm. Als die Sache mit den Außerirdischen noch nicht so akut ist, spielen sich dort unter den Restmitgliedern der Familie einige ganz charmante, humorvolle und mitunter ziemlich melodramatische Szenen ab. Die Gefahr der Grünen Männchen schweißt dann natürlich alle enger zusammen. Ähnlich wie weiland in Hitchcocks "Die Vögel" verschanzt sich die Familie hinter zugenagelten Fenstern und verbarrikadierten Türen und übersteht den Ansturm der Feinde mehr schlecht als recht.

    Hollywoods neues Wertebewusstsein

    Schließlich wird der letzte Außerirdische erledigt und ein Sohn in letzter Sekunde vom Tod verschont. Hess erlangt seinen Glauben wieder, was durchaus als ein Hauptanliegen des Films interpretiert werden darf. "Signs" steht nämlich ganz im Zeichen von Hollywoods neuem Wertebewusstsein, und hier werden die Gefahren aus dem Reich irdischen Unglaubens einmal mit den allfälligen Bedrohungen aus dem All verbunden.

    Unter Verwendung des Themas Kornkreise rührt der "Signs"-Verleih Buena Vista auch in Deutschland heftig die Werbetrommel. Das Presseheft jedenfalls berichtet unter der Überschrift "Kornkreise - Der Stand der Forschung" etwas von den "Anomalien" echter Kornkreise, die nicht vom Menschen stammen könnten. Und Kornkreis-Theoretiker haben anlässlich des Filmstarts bereits Pressemitteilungen zu ihrem Lieblingsthema herausgegeben.

    Moralischer und dramaturgischer Konservatismus

    Keine himmlischen Kräfte, sondern vielmehr kühle Berechnung dürften dagegen hinter der Mischung dieses Films gestanden haben. Thriller-Wunderkind Shyamalan wird dabei zum reinen Routinier, Gibson erscheint wieder in einer eher weichen Rolle, und viel moralischer sowie dramaturgischer Konservatismus paaren sich mit einem Schuss Witz.

    AUTOR, dpa

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