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  • Kritik: Kampf gegen Apartheid in Südafrika

    Spielfilme über die Zeit der Apartheid der Trennung zwischen Schwarzen und Weißen in Südafrika - sind rar gesät. Nun kommt mit «Drum» ein spannender, auf authentischen Ereignissen basierender Film in die Kinos, der das Leben der Schwarzafrikaner in den 50er Jahren in Johannesburg widerspiegelt.

    Erstmals führte ein Südafrikaner Regie. Zola Maseko porträtiert den mutigen Journalisten Henry Nxumalo, der damals die Korruption der Regierung aufdeckte und die schlechten Lebensumstände der unterdrückten schwarzen Bevölkerung öffentlich zum Thema machte.

    «Drum» sorgte bereits auf Filmfestivals in Afrika, Kanada und den USA für Aufsehen, gewann unter anderem in diesem Jahr beim 19. afrikanischen Filmfestival von Ouagadougou in Burkina Faso und eröffnete das Münchner Filmfest. «Der Film ist sehr wichtig», sagte der deutsche Südafrika-Fotograf Jürgen Schadeberg in einem dpa- Gespräch. «Einfach aus dem Grund, weil Henry bisher als Journalist viel zu wenig beachtet worden ist.» Schadeberg, der als einer der wichtigsten fotografischen Chronisten der südafrikanischen Apartheid- Ära gilt, arbeitete zusammen mit Nxumalo für das Lifestyle-Magazin «Drum», bei dem zwischen 1951 und 1965 die intellektuelle Elite der Schwarzafrikaner in Johannesburg versammelt war. Einer der heute bekanntesten Autoren ist der Schriftsteller Can Themba.

    Neben dem privaten und beruflichen Alltag der beiden Protagonisten Schadeberg (Gabriel Mann) und Nxumalo (Taye Diggs) steht das pulsierende Nacht- und Musikleben in dem multiethnischen Stadtviertel Sophiatown im Mittelpunkt des Films. Er sei seit Jahren von der Geschichte des Viertels fasziniert gewesen, sagt Maseko. «Schriftsteller, Musiker, Politiker und Journalisten lebten hier Seite an Seite mit Gangstern, Bar-Sängerinnen und Vertretern der schwarzen und weißen Bohème-Szene.» Nxumalos Geschichte sei zugleich auch die Geschichte von Sophiatown.

    Nxumalo, ursprünglich ein Sportreporter, entdeckt die politische Berichterstattung für sich und beginnt verdeckt zu ermitteln. Mit Schadebergs Hilfe recherchiert er unter Einsatz seines Lebens auf einer Farm, auf der Schwarze von Buren versklavt und geschlagen werden. Für eine andere Story lässt er sich ins Gefängnis einweisen, um über die dort herrschenden grausamen Bedingungen zu schreiben. Mit den Reportagen, die die Gewalt der Weißen gegen die Schwarzen aufdeckten, habe er viel Courage gezeigt, betonte Schadeberg. Am Ende bezahlt er jedoch mit dem Leben.

    Die Geschichte ist zwar sehr einfach gestrickt und könnte sicherlich noch kritischer sein. Die Ereignisse, die sich über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren erstreckt haben, werden hintereinander abgespult. Trotzdem ist der Film wegen des spannenden Hintergrunds und der sehr persönlich gezeichneten Figuren sehenswert. Darüber hinaus gibt der Film durch einen gelungenen, authentischen Soundtrack aus Swing und Jazz vermischt mit afrikanischen Rhythmen auch den musikalischen Zeitgeist der 50er Jahre in Südafrika wieder.

    dpa

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