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  • Kritik: Kämpferin gegen die Drogen-Mafia

    Der Film beginnt mit dem Ende. Die engagierte Journalistin Veronica Guerin (Cate Blanchett) hat gerade eine Gerichtsverhandlung gewonnen.

    Sie muss ihren dringend benötigten Führerschein nicht abgeben, weil der Richter Gnade vor Recht walten lässt. Über ihr Mobiltelefon verkündet sie ihrem Kollegen vom "Sunday Independent" die glückliche Nachricht. Als sie an einer Kreuzung halten muss, rast ein Motorrad heran, der Beifahrer zieht eine Maschinenpistole und feuert mehrere Schüsse ab.

    Rückblende, zwei Jahre zuvor, 1994: Guerin ist einem neuen Skandal auf der Spur. In einem heruntergekommenen Vorort von Dublin versucht sie Kontakt zu drogenabhängigen Jugendlichen aufzunehmen, die in Dreck und Elend vor sich hinvegetieren. Niemand scheint sich daran zu stören, dass der organisierte Drogenhandel in Irland immer mehr zunimmt. Doch Guerin will dem Treiben der Drogenbosse nicht untätig zusehen: über einen Informanten (Ciaran Hinds) verschafft sie sich Zugang zur Unterwelt, fordert mit ihren gut recherchierten Artikeln den Drogenboss John Gilligan (Gerard McSorley) persönlich heraus.

    Regisseur Joel Schumacher ("Nicht auflegen!") ist mit "Die Journalistin" ein packender Krimi-Thriller gelungen, der gleichzeitig eine bewegende Charakterstudie ist. Grundlage ist der authentische Fall der couragierten Journalistin Veronica Guerin, der in Irland Mitte der 90er Jahre hohe Wellen schlug. In mitreißenden Bildern und einem spannenden Plot wird der scheinbar aussichtslose Kampf der "kleinen" Journalistin gegen das organisierte Verbrechen erzählt. Dass der Film sich nicht in Klischees verfängt, ist vor allem Hauptdarstellerin Cate Blanchett zu verdanken.

    Der ausgezeichneten australischen Schauspielerin ("Elizabeth", "Der Herr der Ringe") nimmt der Zuschauer die Rolle der mutigen Journalistin jede Sekunde ab. Ihr geht es um Gerechtigkeit und dafür kämpft sie bis zum Schluss. Scheinbar niemand kann sich ihrem unerschrockenen Einsatz in den Weg stellen, auch Drohungen der Drogenmafia gegen ihre eigene Familie können sie nicht aufhalten. Selbst als ihr zur Warnung ins Bein geschossen wird, macht sie weiter. Doch in einer bewegenden Szene mit ihrem Ehemann brechen ihre Wut, ihre Zweifel und ihre Angst hervor: Kann sie wirklich das Wohl ihrer Familie für die Gerechtigkeit aufs Spiel setzen?

    Lediglich das Finale wirkt ein wenig zu pathetisch. Aber es entspricht den Tatsachen. Die Ereignisse um Veronica Guerin setzten ein ganzes Land in Bewegung. Menschen protestierten in den Straßen und endlich sahen sich die Politiker in der Lage, strengere Gesetze in Kraft zu setzen, die dem organisierten Verbrechen weniger Spielraum lassen. Noch heute gilt Veronica Guerin Journalisten, die für ihre Ideale ihr Leben riskieren, als Vorbild.

    Carola Groszlig;e-Wilde, dpa

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