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  • Kritik: Justizthriller "Die Jury" nach Roman von John Grisham

    Frankfurt/M (AP) Auch das Kino kann zur moralischen Anstalt werden, - besonders wenn das Geschehen auf der Leinwand im tiefen amerikanischen Süden angesiedelt ist, von Rassismus wie auch brutalem Kindesmißbrauch erzählt und sich auf die Frage einläßt, ob Recht zugleich auch immer Gerechtigkeit garantiert. Die Verfilmung des ersten Romans von Bestsellerautor John Grisham, die am 7. November in den deutschen Kinos anläuft, enthält all diese Zugaben.

    Zusammen mit einer Riege guter Schauspieler ergeben sie ein Kinoerlebnis, das nicht beim Schritt zurück auf die Straße bereits verflogen ist. Der Film zeigt zu Beginn ein schockierendes Verbrechen: Ein zehnjähriges schwarzes Mädchen wird von zwei betrunkenen weißen Männern brutal vergewaltigt. Damit wird der Zuschauer emotional eingestimmt auf das Drama, das nun unerbittlich seinen Lauf nimmt. Denn der Vater des Mädchens erschießt die beiden Täter und muß vor einem Gericht darum kämpfen, nicht in der Gaskammer zu landen.

    Der Angeklagte hat Glück, zwei Verbündete zu finden: den karrierebewußten jungen Anwalt Jake Brigance, gespielt von dem noch weitgehend unbekannten Matthew McConoughey, sowie das studentische Energiebündel Ellen Roark, die von der sympathischen Sandra Bullock verkörpert wird. Die beiden haben es mit einem eiskalten Gegenspieler zu tun, dem politisch ambitionierten Staatsanwalt Rufus Buckley. Das ist eine Paraderolle für Oscar-Preisträger Kevin Spacey, der mit sichtlichem Vergnügen bei der Sache ist.

    Daß auch noch der berüchtigte Ku-Klux-Klan mitmischt, die unerschrockene Ellen entführt wird und die Geschworenen sich nur aus Weißen rekrutieren, gibt dem Film die Zutaten, mit denen Kinohits gemacht werden. In den USA hat "Die Jury" trotz Überlänge - der Film dauert 150 Minuten - bereits über 100 Millionen Dollar eingespielt. Das war bei dem brisanten Thema des Films nicht unbedingt zu erwarten. Es beweist indessen, daß es immer wieder ein Publikumsinteresse auch für schwierigere, sperrige Themen gibt.

    Regisseur Joel Schumacher, der bereits den Grisham-Bestseller "Der Klient" mit großem Erfolg auf die Leinwand gebracht hatte, glaubt den Grund zu wissen: "Johns Geschichten treffen den Nerv unserer Zeit, und seine Figuren lassen sich von ihren menschlichen Gefühlen leiten." Die Frage, ob dem Rache für die mißhandelte Tochter nehmenden Vater Recht oder Gerechtigkeit, vielleicht sogar das eine wie das andere widerfährt, ist auch eine Frage, die an den Zuschauer gestellt wird. Der Film ist höchst unterhaltsam, auf bestem Hollywood-Niveau und eine Eintrittskarte wert.

    Von AP-Korrespondent Wolfgang Hübner

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