40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Julia Roberts in Torschlußpanik
  • Kritik: Julia Roberts in Torschlußpanik

    Hamburg (dpa) - Die Haare sind wieder lang und wuschelig, ihr Lacheln ist so breit und strahlend, wie es seit Jahren nicht mehr zu sehen war. Als schöne Intrigantin in der romantischen Komödie "Die Hochzeit meines besten Freundes" zeigt sich Julia Roberts nach etlichen tragischen, tristen und wenig erfolgreichen Rollen wieder ganz von ihrer besten, also hübschesten Seite. Doch in einem plötzlichen Anfall von Liebeswahn und Torschlußpanik schreckt sie auch vor den fiesesten Mitteln nicht zurück, um die Heirat ihres guten alten Freundes Michael mit einer anderen zu verhindern. Das amerikanische Publikum feierte die Rückkehr von "Pretty Woman" zu ihrem alten Image und brachte dem Film von P.J. Hogan bisher ein Einspielergebnis von mehr als 125 Millionen Dollar.

    Julia Roberts spielt die New Yorker Restaurantkritikerin Julianne, die eigentlich Angst vor festen Bindungen hat. Aber als sie erfährt, daß ihr Jugendfreund Michael überraschend heiraten will, sieht sie rot. Dabei ist ihre Konkurrentin nicht so leicht aus dem Feld zu schlagen. Kimmy (hinreißend unbedarft: Cameron Diaz) ist blond, jung, reich, etwas exaltiert und sehr in ihren zukünftigen Ehemann verliebt. So sehr, daß sie sich sogar tapfer und grausig falsch durch einen von Julianne eingefädelten Karaoke-Auftritt (Szenenfoto) singt, der Michael die Augen über seine unmusikalische Auserwählte öffnen soll.

    Also greift Julianne an anderen Punkten an: Jetzt nimmt sie die Karriere Michaels ins Visier und flößt ihm Mißtrauen gegen Kimmy und ihre einflußreiche Familie ein. Sie kämpft mit Lügen und Intrigen, Kimmy federt jede Herausforderung mit bedingungsloser Liebe ab. Schade nur, daß beider Traummann Michael mit Dermot Mulroney so blaß und nichtssagend besetzt ist, daß die Begeisterung dieser beiden starken Frauen für ihn eher lächerlich wirkt.

    Dagegen zieht ein anderer Mann, Juliannes zweitbester Freund und schwuler Chef George, alle Sympathien und Blicke auf sich. Rupert Everett fühlt sich pudelwohl in der Rolle dieses geistreichen und überaus charmanten Ratgebers in Liebesfragen, der amüsiert angesichts all der Hetero-Hysterie in die emotionalen Turbulenzen in den Tagen vor der glanzvoll geplanten Hochzeit eingreift.

    Der australische Regisseur Hogan kann mittlerweile als Experte für Ehefestlichkeiten gelten. Mit "Muriels Wedding" gelang ihm in seiner Heimat eine frische, unkonventionelle Frauengeschichte, die auf Anhieb die Herzen des internationalen Publikums eroberte. Mit der in Hollywood gedrehten "Hochzeit meines besten Freundes" hat sich Hogan nun erklärtermaßen in die Tradition der turbulenten Screwball- Komödien der 30er Jahre begeben. Doch obwohl der Film beschwingt und mit einigen großen Momenten daherkommt, kann er sich in Sachen Tempo und Esprit längst nicht mit den Klassikern des Genres messen.

    Von Karin Zintz, dpa

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

    E-Mail

    Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    • Lokalticker
    • Regionalsport
    • Newsticker
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    5°C - 9°C
    Montag

    3°C - 8°C
    Dienstag

    2°C - 6°C
    Mittwoch

    3°C - 7°C
    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!