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  • Kritik: John Cusack und Diane Lane als einsame Herzen

    Schenkt man dem Kino Glauben, kann es gar nicht sein, dass Männer und Frauen in einer Welt leben. In Filmen, die von Männern für Männer gemacht werden, sind die Frauen schön und abenteuerlustig - oder wenigstens schön - und die Männer mutig und cool.

    In «Frauenfilmen» hingegen sind die Frauen bestenfalls ganz hübsch und die Männer entweder miese Schurken oder perfekte Märchenprinzen. «Frau mit Hund sucht Mann mit Herz» ist ein typischer Film aus diesem femininen Paralleluniversum, ein Zelluloid gewordener Frauenroman von Claire Cook. Immerhin machen hervorragende Schauspieler wie John Cusack und Diane Lane in der arg von Klischees übersäten Geschichte eine gute Figur.

    Die Kindergärtnerin Sarah (Lane), geht auf die 40 zu und ist von ihrem Mann wegen einer jüngeren Frau verlassen worden. Immer noch benommen von dem Schock, verkriecht sie sich in ihrem Haus und scheint unfähig, eine neue Beziehung anzufangen. Viel zu lange geht das schon so, findet ihre Familie um den rüstigen Vater (Christopher Plummer), und ihre Schwestern gehen ans Werk: In Sarahs Namen geben sie eine Internet-Kontaktanzeige auf, in die sie nicht nur hineinschreiben, sie sei «üppig», sondern auch als Anforderung an Interessenten: «Muss Hunde lieben» («Must love dogs», was auch der ungleich kompaktere englische Titel des Films war), obwohl sie gar keinen Hund hat.

    Ein Juwel in einer Kette von peinlichen Bewerbern

    Das Ergebnis ist eine Kette von nervigen bis peinlichen Bewerbern, unter denen aber auch ein Juwel ist: Jake (Cusack) - intelligent, hoffnungslos romantisch und auch gerade geschieden mit einem gebrochenen Herzen. Er schaut sich Tag für Tag seinen Lieblingsfilm «Doktor Schiwago» an und baut wunderschöne Rennboote aus Holz, die keiner kaufen will. Seine starken Hände streicheln zärtlich über das matt glänzende Holz.

    Das erste Rendezvous von Sarah und Jake - beide mit geliehen Hunden - geht völlig daneben. Aber der von Cusack verkörperte Jake ist so voller magnetischer Anziehungskraft, dass sich Sarah einer zweiten Chance gar nicht entziehen kann. Cusack soll seinen Text zu einem großen Teil selbst geschrieben haben, und vielleicht auch dadurch wirkt sein Jake trotz aller Realitätsferne - wie viele Männer mit seinem Aussehen flüchten sich wohl in Holzarbeiten und exzessiven «Doktor Schiwago»-Konsum - am Lebendigsten.

    Zwischen zwei Männern hin- und hergerissen

    Sarah läuft unterdessen gleich noch ein zweiter Traummann über den Weg. Bob, der Vater eines ihrer Schützlinge, hat sich gerade von seiner Frau getrennt, ist ein liebevoller Vater und sieht verdammt gut aus (Dermot Mulroney, am besten bekannt als Bräutigam in «Die Hochzeit meines besten Freundes»). Die eben noch für immer niedergeschlagene Frau ist plötzlich zwischen zwei Männern hin- und hergerissen. Die Gesetze des Genres besagen natürlich, dass sich einer der beiden als falscher Fuffziger entpuppen wird. Nur welcher?

    Bei US-Kritikern fiel der Film schwer in Ungnade. Sie beklagten eine schematische Handlung, ein Kritiker der «New York Times» fragte giftig, ob Schauspielern heutzutage zusagten, ohne das Drehbuch gelesen zu haben. Beim Publikum war der Streifen ebenfalls kein Kracher mit Einnahmen von 34 Millionen Dollar nach drei Wochen.

    Und während in Deutschland der Skandal um Schleichwerbung in TV- Sendungen tobt, zeigt Hollywood, wie es richtig gemacht wird: Die Seite perfectmatch.com, über die im Film die ganzen Online-Flirts laufen, gibt es wirklich, und sie verpasst es auch nicht, sich prominent mit der «Kino-Rolle» zu brüsten.

    dpa

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