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  • Kritik: Jim Carrey in "Cable Guy - Die Nervensäge"

    Frankfurt/M (AP) Ob das Treiben dieses "Cable Guy" zum Frohsinn reizt oder eine Gänsehaut erzeugt, muß jeder Besucher selbst erfahren. Eine richtige Komödie ist der am 10. Oktober in den deutschen Kinos anlaufende amerikanische Film jedenfalls nicht.

    Dabei sollte die Erwartung, eine hochkarätigen Leinwandspaß zu erleben, eigentlich schon vom Hauptdarsteller Jim Carrey eingelöst werden. Denn Hollywoods derzeit höchstbezahlter Komödienstar hat sich in Filmen wie "Ace Ventura", "Die Maske" und "Dumm und dümmer" weltweit den Ruf erworben, das Publikum zum Lachen zu bringen. Einen verheißungsvolleren Ruf hat das Kino nicht zu vergeben.

    Folglich verbanden sich mit dem Kinostart von "Cable Guy" in den USA große Hoffnungen auf einen tollen neuen Kassenhit. Daß sich diese Hoffnungen bei weitem nicht erfüllt haben, liegt an den befremdlichen Gemeinheiten in der Filmhandlung, die auch bei allem Wohlwollen nicht lustig, sondern nur abstoßend genannt werden können. Und Carrey spielt in der Titelrolle eine Figur mit psychopathischen Abgründen, deren Aktivitäten die eine oder andere komische Situation, meist aber nur Erschrecken und Unbehagen provozieren. Vielleicht ist "Cable Guy" der Pionierfilm eines neuen Komödientyps. Aber er macht wenig Appetit auf mehr von diesem.

    Jim Carrey, der für diese Rolle sage und schreibe 20 Millionen Dollar kassierte, mimt in "Cable Guy" einen einsamen Psychopathen namens Chip, der beruflich Fernsehempfänger ans Kabelnetz anschließt. Dabei trifft er auf den gerade von seiner Freundin verlassenen Steven, dargestellt vom blassen Matthew Broderick. Chip nistet sich nicht nur, er mischt sich auch immer mehr in Stevens Leben ein. Und der merkwürdige Freund sorgt dafür, daß der schüchterne Yuppie mit Beziehungsproblemen von einer Verlegenheit in die andere gestürzt wird. Die ungleiche Männerbekanntschaft spitzt sich für Steve schließlich bis zur Unerträglichkeit zu.

    Carrey zeigt zweifellos außergewöhnliche Präsenz auf der Leinwand, er ist nicht ohne Grund zum Star avanvciert. Und irgendwie erinnert er an den jungen Jerry Lewis. Doch ist er nicht harmlos-schusselig dieser, sondern vulgär-bedrohlich. Hat Lewis Situationen stets in tiefer Unschuld chaotisiert, so weiß der zu kalkuliert grimassierende Carrey, was er anrichtet: Er tut es nämlich mit voller Absicht.

    Der Zuschauer merkt das allerdings rasch, ist erst verstört, dann ungehalten und schließlich unzufrieden. Carrey und sein Regisseur Ben Stiller haben sich schlicht verkalkuliert: Komische Bösewichter werden einfach nie besonders populär werden. Daran ist "Cable Guy" bereits beim amerikanischen Publikum gescheitert. In Deutschland wird der Erfolg kaum größer sein, zumal der Film viele Anspielungen enthält, die für hiesige Zuschauer kaum verständlich sein dürften.

    Von AP-Korrespondent Wolfgang Hübner

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