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  • Kritik: Jackie Chan

    Ein kurzer präziser Tritt, und der Couchtisch fliegt durch die Luft, genau auf die Tür zu, dem Eindringling entgegen. Jackie Chan schnellt aus seinem Sessel, Salto rückwärts, greift sich im Flug einen Kerzenständer und wehrt damit das Messer eines Angreifers ab; dann packt er den schweren Samtvorhang, landet mit elegantem Schwung auf der Fensterbank und springt hinaus.

    So würde das aussehen, wenn hier im Hotelzimmer jetzt irgendwelche Schurken aufkreuzen würden. "Ich kann in jedem Raum kämpfen", sagt der Asiate und lehnt sich in seinem Sessel zurück, "und mit allen Gegenständen." Das macht den besonderen Stil seiner Kampffilme aus. In "Rumble in the Bronx", der am 17.10. in den deutschen Kinos startet, wird gar ein Flipper-Gerät zur Waffe.

    Bisher waren die artistischen Kampfszenen des 42jährigen in Europa und Amerika fast nur im Fernsehen oder auf Video zu bestaunen. Mit "Rumble in the Bronx" (Regie: Stanley Tong) erobert Chan, in Asien seit bald zwei Jahrzehnten ein Superstar und Held an den Kinokassen, endlich auch im Westen die Leinwand. Denn Amerikas Film-Hipster haben das Hongkong-Kino entdeckt - Quentin Tarantino überreichte Chan 1994 einen MTV Movie Award für dessen Lebenswerk.

    "Eigentlich bin ich eine Antiquität", sagt Chan. "Als meine Karriere begann, gab es keinen Stallone oder Van Damme." Das war Anfang der Siebziger, Bruce Lee war gerade gestorben, und die gesamte asiatische Filmindustrie suchte panisch jemanden, der dessen Rolle einnehmen könnte.

    Chan war damals 19, seit seinem 7. Lebensjahr hatte er in der Schule der Pekingoper Tanz, Schauspielerei und Kampfkünste gelernt. Als "neuer Bruce Lee" versagte er. Als Jackie Chan wurde er kurz darauf zum Superstar: Seine Mischung aus Kampfakrobatik - von sinnverwirrender Rasanz und elegant wie sein tänzerisches Vorbild Gene Kelly - und Slapstick-Humor à la Buster Keaton machten ihn zur Legende. Ein junges Mädchen beging vor dem Büro seiner Filmfirma Selbstmord, als sie erfahren hatte, daß Jackie eine Freundin hatte.

    Heute versteckt Chan seine Frau und seinen Sohn nicht mehr. "Mein Publikum ist mit mir erwachsen geworden", sagt er. "Die sind selbst verheiratet. Und für die jüngeren bin ich eher der große Bruder." Und das große Vorbild. Jackie spielt immer den guten Jungen. Und er läßt sich nicht doubeln - bis heute, obwohl er sich beinahe jeden Knochen seines Körpers schon einmal gebrochen hat. Alles, was man ihn auf der Leinwand tun sieht, ist echt. Zum Beweis zeigt der Abspann bei Jackie-Chan-Filmen immer die Vorbereitungen, Pannen und Unfälle bei den Action-Stunts. "Ich will", sagt der Hongkong-Chinese und reibt sich den wieder einmal verstauchten Hals, "daß mein Publikum sagt, 'Jackie war gut', nicht 'die Special Effects waren gut'."

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