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  • Kritik: Jack Nicholson in "Besser geht's nicht"

    Hamburg (dpa) - In Großstädten wie New York tummeln sich eine Reihe schräger Typen. Und selbst hinter den garstigen und unfreundlichen Zeitgenossen, die ihren Mitmenschen das Leben als Nachbarn oder Kunden schwer machen, sollen sich manchmal auch charaktervolle Wesen verbergen. In "Besser geht's nicht" präsentiert ein überragender Jack Nicholson die rührende Geschichte eines Zwangsneurotikers, der Dank der menschenfreundlichen Persönlichkeit eines Serviermädchens wieder zu einem sozial verträglichen Umgang mit seiner Umwelt findet.

    Der Schriftsteller Melvin Udall (Nicholson) ist ein Könner, wenn es darum geht, sich den Haß seiner Mitbürger zuzuziehen: Er beleidigt jeden, der ihm zu nahe kommt, steckt den Hund seines Nachbarn in den Müllschlucker und reißt Witze über Schwule und Juden. In dem Café, in dem er täglich sein Frühstück einnimmt, kann ihn niemand mehr ertragen. Nur die Bedienung Carol, alleinstehende Mutter eines asthmakranken Kindes, ist in der Lage, Melvin als das zu nehmen, was er ist: ein verletzlicher, sensibler Mensch, dessen Verbalattacken eher Ausfluß seiner eigenen Unsicherheit denn Zeichen einer böswilligen Persönlichkeit sind. Durch eine Verkettung von Zufällen finden sich Carol, Melvin und dessen oft geschmähter Nachbar Simon plötzlich in einem engen Sportwagen auf einer gemeinsamen Autoreise.

    Jack Nicholson ("Einer flog übers Kuckucksnest", "Mars Attacks!") ist für "Besser geht's nicht" die Idealbesetzung - und bekam für seine schauspielerische Leistung vor drei Wochen in Los Angeles prompt auch einen "Golden Globe". Gleichzeitig liebenswert und unerträglich trägt seine Filmrolle die - stellenweise fast zu rührende - Geschichte von Drehbuchautor und Regisseur James L. Brooks. Nicholson zückt das Plastikbesteck aus seiner Hemdtasche, um sich nicht mit bösartigen Bakterien zu infizieren und springt über die Gehwegplatten, um nicht mit dem Fuß in imaginären Spalten hängenzubleiben.

    Aus der tragikomischen Figur des zwanghaften Schriftstellers arbeitet Nicholson das sensibles Portrait eines persönlichkeitsgestörten Menschen heraus, ohne dabei komische und erheiternde Momente zu kurz kommen zu lassen. "Das Schwierige war, daß wir Szene für Szene herausfinden mußten, wie der Film wirklich funktioniert. Es gab immer viele verschiedene Möglichkeiten, an die Sache heranzugehen. Aber nur eine einzige hat ganz genau gepaßt", sagt er selbst über seine Rolle.

    "Ich würde sagen, das ist eine der härtesten Figuren, die Jack jemals zu spielen hatte", so Brooks über seinen Hauptdarsteller. "Jack hat die Tollkühnheit, sich an einer Figur wie Melvin zu versuchen. Die beiden verbindet eine gewisse Verletzlichkeit", meint Brooks. Nicholson selbst bestätigt dies: "Ungefähr 85 Prozent einer Rolle findet man in sich selbst", meint er. An Nicholsons Seite überzeugt Helen Hunt in ihrer Rolle als Carol, einer vom Leben gebeutelten Angestellte, die sich dennoch ihren Stolz bewahrt hat.

    Nicholsons Affinität zum Charakter des hypersensiblen Schriftstellers zeigt sich auch in der Ausstattung von "Besser geht's nicht": Für das im Art-Deco-Stil eingerichtete und in monochromen, gedämpften Farben gehaltene Wohnzimmer Melvins konnte Set-Dekorateur Clay Griffith auf Gemälde zurückgreifen, die ihm Nicholson aus seiner eigenen Privatsammlung zur Verfügung stellte.

    Von Peter Zöttl, dpa

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