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  • Kritik: - "It's my Party" von Randal Kleiser

    Hamburg (dpa) - Hollywood ist nicht unbedingt die erste Adresse für sozialkritische Filme. Ausnahmen bilden da jedoch die Aids-Filme der vergangenen Jahre. "Philadelphia" mit Tom Hanks ist das prominenteste Beispiel dieser Reihe, bei der nicht nur die tödliche Krankheit, sondern auch männliche Homosexualität mehr oder minder offen zum Thema wurde.

    Nun legt der Regisseur Randal Kleiser nach: In seinem neuen Film "It's my Party" inszeniert er eine ganz individuelle Spielart eines Aids-Todes in Würde. Der Film kommt am 2. Mai in die deutschen Kinos.

    Als ein Arzt dem aidskranken Nick Stark (Eric Roberts) mitteilt, daß er den Kampf gegen den Virus verlieren wird, beschließt der erfolgreiche Architekt, sein Leben auf ganz eigene Weise zu beenden. Diese dramatische Ausgangssituation nutzt Kleiser für einen fragwürdigen Film: Nick lädt alle seine Freunde zu einer zweitägigen Abschiedsparty ein, an deren Ende er mit Tabletten Selbstmord begehen wird.

    Freunde und Familie treffen nach und nach in Nicks Haus ein, sind von der Situation berührt und geschockt. Trügerische Lebensfreude und böse Scherze verbinden sich zu einer spannungsgeladenen Atmosphäre. Nicks Ex-Freund Brandon (Gregory Harrison) taucht auf, um sich im Angesicht des Todes mit ihm zu versöhnen. Das gleiche tut Nicks Vater Paul (George Segal), der die Familie jahrelang ignorierte.

    Kleiser drehte bis dato leichte Unterhaltungsfilme wie "Die blaue Lagune". So wundert es nicht, daß sein neuer Film trotz hehrer Ansprüche über Sentimentalitäten kaum hinauskommt. Da mögen die Aussöhnungen und Abschiedsszenen noch so tränenreich sein: Nick Starks Geschichte bleibt letztlich an der Oberfläche und ist kaum mehr als routiniert inszeniertes Allerweltskino a la Hollywood.

    Die Botschaft, die "It's my Party" transportiert, ist zudem durchaus zweideutig: Einerseits plädiert der Film für ein Sterben in Würde, andererseits zeigt er aber auch, daß in einer Gesellschaft, in der Vitalität, Jugendlichkeit und Effektivität alles überstrahlende Werte geworden sind, kaum noch Platz ist für einen anderen langsamen Tod. Es ist schade, daß Kleiser diesen Widerspruch nicht weiter ausgelotet hat.

    Von Katharina Reismann, dpa

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