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  • Kritik: Internatskomödie:

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    Frankfurt/Main - Ohne Jungs an der Schule können Mädchen ungestört lernen. Sonst wären sie vollauf damit beschäftigt, perfekt auszusehen, was sie so erschöpfen würde, daß sie nicht mehr zum Denken kämen. Das jedenfalls ist felsenfeste Überzeugung von Verena, die Anfang der 60er Jahre eine Mädchenclique an Miss Godards Privatschule im US-Staat Connecticut anführt.

    Als das in Finanznot geratene Internat mit einer Jungenschule zusammengelegt wird, hecken die Girlies eine - stellenweise ganz schön gemeine - Kampfstrategie aus. Davon handelt die Komödie

    Die Geschichte beginnt damit, daß Odie (Gaby Hoffmann) an das Mädcheninternat versetzt wird, weil ihre Eltern die Beziehung mit ihrem Freund Dennis unterbinden wollen. Sie wird rasch in die Gemeinschaft ihrer Zimmergenossinnen aufgenommen und in die Geheimnisse ihrer verschworenen Gemeinschaft eingeführt. Zusammengefunden hat sich da eine Handvoll aufmüpfiger Mädels, die kalte Ravioli aus der Dose essen und auf keinen Fall so werden wollen wie die anderen - Hausfrauen nämlich -, sondern eigene berufliche Pläne zu verwirklichen gedenken.

    Gegen nette Jungs haben sie allerdings nichts einzuwenden. So arrangieren die Freundinnen für Odie ein heimliches Treffen mit Dennis, wobei ihnen allerdings ein lüsterner Geschichtslehrer in die Quere kommt. Direktorin Miss McVane muß einschreiten. Gegen ihren Willen beschließt dann der Verwaltungsrat die Zusammenlegung mit dem Jungeninternat St. Ambrose. Miss McVane ist grundsätzlich gegen Koedukation, weil sie davon überzeugt ist, daß sie zum Nachteil der Mädchen wäre. Das meinen auch Verena (Kirsten Dunst) und ihre Freundinnen.

    Als ein Treffen der beiden Internate zum Kennenlernen bei Gesang und Tanz bevorsteht, entwickeln die Mädchen einen Schlachtplan, um die Besucher kräftig zu blamieren, und scheuen dabei auch vor dem Einsatz eines Brechmittels nicht zurück. Die Blamage klappt, doch die Fusion wird nicht zurückgenommen. Das stachelt den Protest der Schülerinnen erst richtig an. "Streik" lautet nun die Parole.

    , wie der Originaltitel heißt, ist voller Sympathie für die Mädchen, recht unterhaltsam und munter, aber eben auch konventionell - um nicht zu sagen: altmodisch - erzählt. Die Vorhersehbarkeit des Handlungsablaufs bringt die Komödie nicht so recht in Schwung. Die Rollen aber sind mit vielversprechenden Nachwuchsschauspielerinnen und mit Kirsten Dunst als Mädchen mit Führungsqualitäten besonders treffend besetzt.

    Eine Glanzrolle macht Lynn Redgrave aus der kultivierten, streng auftretenden Direktorin, die auf der Höhe des Konflikts ihre unzerstörbar scheinende Selbstbeherrschung verliert. Dagegen jedoch sind die Schülerinnen bei allem jugendlichen Charme und schauspielerischem Können keine wirklich authentisch wirkenden Personen, sie wirken zu glatt und stilisiert, jedenfalls sind sie spürbar Geschöpfe der Filmindustrie.

    Drehbuchautorin Sarah Kernochan, die an den Scripts für "9 1/2 Wochen" und "Sommersby" mitgearbeitet hat, hat die Grundidee zu ihrem Regiedebüt aus eigenen Erfahrungen im Mädcheninternat bezogen. "Glenn Close war in meiner Klasse. Wir waren beide zu Anfang sehr schüchtern, aber als wir die Schule verließen, waren wir leidenschaftliche Exhibitionistinnen", schwärmt sie heute. Kernochan verfilmte ihre Schulerinnerungen genauso erinnerungsselig, wie männliche Regisseure es schon lange vor ihr getan haben.

    Eine große Schwierigkeit für sie bestand darin, zu zeigen, daß es Anfang der 60er Jahre noch ganz andere Tabus gab. Wenn Verena verspätet in die Klasse kommt und ihrem Lehrer erklärt, sie hätte Unterleibskrämpfe, können die jungen Zuschauer von heute die damit ausgelöste Schockwirkung nicht mehr nachvollziehen.

    Inge Treichel, AP - Fotos: AP, Miramax (2)

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