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  • Kritik: "In Sachen Liebe":

    Hamburg (dpa) - Wenn die große Liebe über Nacht die Flucht ergreift, gerät ein Leben schon mal komplett aus den Fugen. Das ist auch bei "In Sachen Liebe" nicht anders: Linda (Kelly Preston, "Jerry Maguire") verläßt ihre Sandkastenliebe Sam (Matthew Broderick) abrupt. Sam, verträumt verschusselter Astronom und Landei aus Passion, reist seiner Angebeteten Hals über Kopf nach New York hinterher. Dort trifft er auf Maggie (Meg Ryan) - und schon ist das Gerüst für eine turbulent-romantische Komödie fertig gezimmert.

    "In Sachen Liebe" ist ein weiterer Beleg dafür, daß es nichts wirklich Komplizierteres auf der Welt gibt als die Verwicklungen zwischen Mann und Frau. Sam und Maggie ahnen zunächst nicht, daß sie schnell ein gemeinsames Ziel einen wird - denn Linda ist ausgerechnet mit Maggies Ex-Freund durchgebrannt. Anton (Tcheky Karyo) ist der Klischeefranzose aus dem Bilderbuch: Gescheit und belesen, gutaussehend und charmant sowie eine Wucht am Herd und im Bett.

    Sam und Maggie quartieren sich in einem Abbruchhaus gegenüber dem Liebesnest von Linda und Anton ein. Mit aller erdenklichen technischen Finesse rüsten die beiden zum großen Lausch- und Guckangriff. Die "feindliche" Wohnung wird von Maggie verwanzt, und Sam nutzt seine astronomischen Kenntnisse von Spiegel, Linse und Objektiv: Er baut eine Camera Obscura. Dieser antiquierte Apparat nutzt lediglich das Licht und wirft das betrachtete Bild dann rückwärts an die Wand - er steht als gelungenes Symbol für die romantische Vergeblichkeit von Sams Tun.

    So sitzen denn Maggie und Sam einträchtig vor ihrer Projektionswand wie vor dem Fernseher auf der Couch, knabbern Chips und betrachten ihre verflossenen Liebschaften beim Turteln, Lieben und Essen. Allerdings vergeht den beiden Hören und Sehen recht schell - Sam will Linda zurück, Maggie will Rache nehmen. Natürlich kommen sich die beiden Verlassenen dabei näher, alles wird sehr turbulent und verworren - um schließlich in klassischer Hollywood-Manier zu enden. Die Liebe besiegt auch hier alles, auch wenn Landei und Großstadtpflanze ihre Zeit brauchen, um zu erkennen, wie sehr sich Gegensätze anziehen können.

    Meg Ryan ist in dieser temporeichen Liebesgeschichte nicht wie so oft vor allem nett und niedlich. Als Maggie verkörpert sie eine neurotische New Yorkerin - knallhart, verletzt und extrem vorsichtig. Den weichen Part dieses Films übernimmt Matthew Broderick, der mit seiner Naivität und einer kruden Mischung aus hoher Wissenschaftsgläubigkeit und emotionaler Naivität mit der toughen Maggie oft nicht mithalten kann.

    Regisseur Griffin Dune, zuletzt mit "Duke of Grove" für den "Oscar" in der Kategorie Bester Kurzfilm nominiert, hat ein unterhaltsames und witziges Beziehungschaos in Szene gesetzt. Witzige Dialogregie, stimmiges Tempo im Drehbuch - weite Strecken von "In Sachen Liebe" ("Addicted to love") perlen vergnüglich unterhaltend. Nur der Schluß nimmt einiges weg, reiht Gags und Action zum Hochgeschwindigkeits- Slapstick aneinander. So liegen am Schluß zwar zwei Wohnungen in Trümmern - aber auch alle in den Armen.

    Von Martin Bialecki, dpa

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