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  • Kritik: In einem Land nach unserer Zeit

    Mitte des 21. Jahrhunderts: Überlebende eines Super-Gaus fristen ihr Dasein an einem abgeschirmten, sterilen Ort. In dem Film «Die Insel» von Regisseur Michael Bay, bekannt durch Action-Blockbuster wie «Armageddon» oder «Pearl Habour», werden sie rund um die Uhr von einem ausgeklügelten System überwacht.

    Schließlich müssen die letzten Vertreter des Homo sapiens unter allen Umständen geschützt werden. Sie alle hoffen auf den Gewinn in einer Lotterie, der sie auf eine Insel versetzen würde - dem einzigen noch nicht vergifteten Ort auf dem Planeten.

    Nur einer hinterfragt dieses total kontrollierte Leben: Lincoln Six-Echo, dargestellt von Ewan McGregor. Warum darf er nicht selbst entscheiden, was er isst und anzieht? Wohin führen die Schläuche, die er Tag für Tag am Fließband mit seltsamen Flüssigkeiten füllen muss? Und was bedeuten die Albträume, die ihn in einem anderen Leben zeigen?

    Von Neugier und Rastlosigkeit getrieben macht er eine erschreckende Entdeckung: Die angebliche Kontamination ist eine Lüge, genau so wie die Insel und die Erlösung der Auserwählten. In panischer Angst überredet er seine Freundin Jordan Two-Delta (Scarlett Johansson) zur Flucht. Schon bald müssen die beiden feststellen, dass die Welt, in der sie bisher lebten, künstlich geschaffen wurde. Nicht einmal ihre eigene Existenz ist echt: Sie sind lediglich Klone, die den richtigen Erdbewohnern als Ersatzteillager dienen.

    Michael Bay weckt im Zuschauer unbehagliche Fragen: Was passiert, wenn unser Globus untergeht? Wie sieht eine Stadt der Zukunft aus? Der Ausbruch von Lincoln und Jordan aus der Scheinwelt führt in eine futuristische, aber dennoch vertraute Umgebung. Und zu dem eigentlichen Thema des Films, das lautet: Werden wir eines Tages Menschen klonen können und diese Fähigkeit dann missbrauchen?

    Bay will vor allem zum Nachdenken anregen. «Es geht nicht einfach um Science-Fiction, die Geschichte hat einen menschlichen Kern. Jeder von uns will länger leben. Aber welchen Preis würden wir dafür bezahlen?"

    Auf diesen Überlegungen baut eine durchdachte Handlung auf, die «Die Insel» zu einem sehenswerten Film macht. Auch Nebendarsteller wie Sean Bean, Djimon Hounsou und Michael Clarke Duncan leisten dazu ihren Beitrag. Schade nur, dass der nachdenkliche Ansatz irgendwann im Kugelhagel zu vieler Gefechte und in zu vielen Explosionen untergeht. Was als tiefgründige Kritik an wissenschaftlichem Über- Ehrgeiz anfängt, endet so als eher aussageschwacher Action-Thriller.

    dpa

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