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  • Kritik: In der Welle von Shakespeare-Verfilmungen nun "Hamlet"

    Hamburg (AP) Der Drehbuchautor ist seit 381 Jahren tot, aber seine Arbeiten füllen die Kinosäle: William Shakespeare ist im Kino besser im Geschäft als je zuvor. Jetzt kommt das berühmteste Stück des englischen Dramatikergenies in einer Neufassung auf die deutschen Leinwände, "Hamlet". Der irische Regisseur und Schauspieler Kenneth Branagh hat das Drama um den Dänenprinzen in einer vierstündigen Version inszeniert und auch gleich die Hauptrolle übernommen.

    In den Kinos ist der Boden für Shakespeares "Hamlet" gut vorbereitet. Die waffenstarrende "Romeo und Julia"-Version von Baz Luhrmann ist gerade ausgelaufen. Und bereits früher im Jahr war der US-Schauspieler Al Pacino in "Looking for Richard" in seiner Privatversion des Königsdramas Richard III zu sehen.

    Der 36jährige Branagh ist sein besonders eifrigster Verfilmer Shakespeare-Verfilmer: 1989 brachte er "Henry V." heraus, auch mit sich in der Hauptrolle, und 1993 folgte "Viel Lärm um nichts", eine bezaubernde Verwechslungskomödie mit Branaghs Exfrau Emma Thompson. 1995 zeigte "Othello" auf der Leinwand.

    Und jetzt "Hamlet", die Geschichte des Prinzen, der dem Geist seines toten königlichen Vaters begegnet und von diesem erfährt, daß einem Anschlag des eigenen Bruders zum Opfer gefallen zu sein. Der Bruder des toten Königs heiratete die Witwe des Königs, Hamlets Mutter, um selbst König zu werden. Hamlet, der große Zögerer, weiß nicht, was er tun soll und stürzt durch sein Gezauder am Ende alle ins Verderben.

    Branagh verlegte "Hamlet" in seiner mit 18-Millionen-Dollar gedrehten Produktion in das 19. Jahrhundert. So könne er, sagt der Regisseur, die gehobene Sprache Shakespeares mit dem eleganten und kraftvollen Look jener Zeit verbinden. Der sonst zur Dicklichkeit neigende Künstler selbst wirkt deutlich gestrafft. Sechs Monate hat er Fechten trainiert, um in der großen Schlußszene seinen Widersacher Laertes (Michael Maloney) mit dem Degen quer duch das Schloß zu treiben.

    Die überlange Vier-Stunden-Version begründet Branagh: "Wenn man das komplette Schauspiel verfilmt, kommt man auch in den Genuß des ganzen Shakespeare." In der Tat wird die Geschichte nicht langweilig, den Branagh hat fein erkannt, wie oft Shakespeare einen manchmal derben, manchmal subtilen Humor einsetzt, um ein Gegengewicht zur Tragik und Trauer zu schaffen. Ein Höhepunkt: Die berühmte Totengräberszene mit dem US-Schauspieler Billy Crystal als philosophisch begabtem Schaufelschwinger. Auch andere Stars haben Kurzauftritte: Charlton Heston als Chef der Schaupielgruppe, die Hamlet im Schlo spielen läßt, Sir John Gielgud als Priamos, Gerard Depardieu als Reynaldo oder Jack Lemmon als Torwächter Marcellus.

    Von AP-Korrespondent Claus-Peter Tiemann

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