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  • Kritik: In "Alien - Die Wiedergeburt" sind die Fronten verwischt

    Frankfurt/M (AP) Ellen Ripley starb bei ihrem dritten Kampf gegen die außerirdischen Monster. Sie beging Selbstmord, während ein Alien zwischen ihren Rippen heranwuchs. 200 Jahre vergehen, bis es skrupellosen Wissenschaftlern gelingt, Ripley aus dem erhalten gebliebenen Erbgut rekonstruieren. Sie ist äußerlich dieselbe, doch beim Klonen haben die dämonischen Weißkittel ihre Gene mit denen von Aliens vermischt. In "Alien - Die Wiedergeburt", ab kommenden Donnerstag in den deutschen Kinos, sind die Fronten nicht mehr so klar wie früher.

    Ripley hat nun selbst Säure statt Blut in den Adern und ist stärker und furchtloser als jemals zuvor. Zu den riesigen Monstern, die man aus ihrer Leibesfrucht gezüchtet hat, spürt sie eine kreatürliche Verbundenheit. Die 13 Aliens, die wie augenlose Saurier aussehen und ständig ihr von zähem Schleim triefendes Maul mit dem Dolchgebiß aggressiv aufreißen, können zunächst noch unter Kontrolle gehalten werden.

    Dann aber genügt eine Achtlosigkeit, und die Biester sind los. In höchste Gefahr gerät dabei auch ein Haufen Schmuggler, die mit ihrem Piratenschiff angedockt haben, darunter die mysteriöse Mechanikerin Annalee Call (Winona Ryder). Der neue Horrortrip spielt sich in der düsteren Atmosphäre eines riesigen rostigen Raumschiffs ab.

    Die geklonte Ripley ist eine fremdartig und entrückt wirkende Heldin. In ihrer selbstgewissen, aus Furchtlosigkeit geborenen Kälte begegnet sie den Menschen mit einer speziellen Art schwarzen Humors. Es gibt aber auch Momente, in denen sich in ihrem Gesicht Verlorenheit und so etwas wie eine traurige Ahnung ihrer Vergangenheit abzeichnen. Den Kampf gegen die Aliens nimmt sie zunächst als sportive Herausforderung, doch dann läuft er wieder auf die Frage hinaus, wer stärker ist zum Überleben.

    Sigourney Weaver, vor kurzem 48 geworden, wirkt in dieser ambivalenten Rolle schöner denn je. Für ihr viertes Abenteuer als Ellen Ripley hat sie sich vor allem körperlich mächtig ins Zeug gelegt. Die 1,84 Meter große Schauspielerin lernte, wie ein Profi Basketball zu spielen und absolvierte für Unterwasser-Stunts einen Tauchkurs. Zum zweiten Mal trat Weaver auch als Koproduzentin in der "Alien"-Reihe auf.

    Die Fortsetzung, die 18 Jahre nach der ersten Geschichte "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" in die Kinos kommt, trägt deutlich die Handschrift des Regisseurs Jean-Pierre Jeunet. Der für seine distanziert-ironische Perspektive gerühmte Franzose hat bei seinem Hollywood-Debüt Motive und Stil seiner preisgekrönten Filme "Delicatessen" und "Die Stadt der verlorenen Kinder" übernommen. An diese beiden Filme erinnern auch Dominique Pinon, und Ron Perlman, die befreundete Besatzungsmitglieder des Piratenschiffs spielen.

    Auch Jeunets Kameramann Darius Khondji war wieder im Einsatz. Er setzte eine ausgeklügelte Techniken ein, um die schaurige und surreale Atmosphäre der Science-Fiction-Welt zu betonen. So ließ er zum Beispiel eine dicke Rauchschicht über die Drehorte legen und verstärkte die Farbkontraste durch Zusatz von Silber bei der Filmentwicklung, so daß die dunklen Töne tiefer und gesättigter wirken.

    Der ganze beeindruckende Aufwand kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Kampf gegen die Aliens diesmal nicht sehr packend ist. Zwar gibt es Szenen zum Gruseln und Luftanhalten, aber am Grundmuster der "Alien"-Filme hat sich nicht viel geändert: Da röhren die Monster, werfen mit ätzendem Schleim um sich und greifen mit ihren ekelhaften Extremitäten nach Menschenfleisch. Die Geschöpfe der Erde können den Aliens nur zu entfliehen versuchen. Die Monster vermehren sich im Raumschiff schneller, als die Besatzung laufen kann.

    Von AP-Korrespondentin Inge Treichel

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