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  • Kritik: Im Wettlauf um Leben und Tod

    Ein Actionfilm mit Botschaft - eine in Hollywood nicht gerade ungewöhnliche Genre-Kreuzung. Der Film "Tränen der Sonne" mit Bruce Willis und Monica Bellucci versucht das wieder einmal zu leisten.

    Ob Somalia oder Liberia - es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass sich die USA in afrikanischen Staaten engagieren. Grundsätzlich ist es daher eine gute Idee, die Gründe dafür in einem Film aufzuarbeiten. Allerdings lässt Hollywood- Kino wie "Tränen der Sonne" die wirtschaftlichen Interessen Amerikas dabei unerwähnt, konzentriert sich stattdessen unverblümt auf das Heldentum von US-Soldaten im Angesicht der Barbarei sich bekämpfender afrikanischer Volksgruppen.

    Propaganda für den Edelmut der US-Elitefighter

    Bei so viel Propaganda für den Edelmut dieser Kämpfer gegen das Unrecht fällt es schwer, noch das Wort von den anmaßenden USA, die sich als Weltpolizei aufspielen, in den Mund zu nehmen. Wer möchte schon sein eigenes Leben riskieren und in den afrikanischen Dschungel ziehen, um dort unschuldige Menschen vor ihren Schlächtern zu schützen? Schauplatz von "Tränen der Sonne" ist Nigeria. Nach dem Sturz der demokratischen Regierung sollen Leutnant Waters (Willis) und seine Eliteeinheit eine amerikanische Ärztin (Bellucci) aus einem abgelegenen Dorf abholen und ausfliegen.

    Sinneswandel gegen Drill und Logik

    Doch Dr. Kendricks weigert sich, ihre Patienten zurückzulassen. Entgegen seinen Befehlen willigt Waters ein, sie in einem gemeinsamen Fußmarsch durch den Dschungel über die Grenze nach Kamerun zu bringen. Ein Sinneswandel, der nicht recht nachvollziehbar ist. Denn Waters und seine Männer sind extrem pflichtbewusst, auf Gehorsam und militärische Effizienz trainiert. Die Gruppe wird von Rebellen verfolgt, die vor nichts zurückschrecken. In einem Dorf, an dem sie vorbeikommen, werden Waters und seine Schützlinge Zeuge, auf welche unmenschliche Weise die Rebellen ihre Gewehre und Macheten gegen die Bewohner einsetzen.

    Fuqua verdeutlicht Gräuel, ohne sie zur Schau zu stellen

    Regisseur Antoine Fuqua ("Training Day") verdeutlicht diese Gräuel, ohne sie zur Schau zu stellen. Doch wenn Waters und sein Team in den Action-Sequenzen ihren Kampf im Dienste der guten Sache führen, treten die Opfer in den Hintergrund. Seiner Rolle angemessen, setzt Bruce Willis auf schauspielerischen Minimalismus: Waters gibt nach außen den harten Mann, in dessen Gesicht sich keine Gefühle spiegeln sollen. Einen undankbaren Part hat Monica Bellucci. Ihre Funktion beschränkt sich nahezu darauf, selbst unter den gegebenen Umständen als optisches Highlight zu dienen.

    Eindimensionaler Film zum Thema Rassenkonflikte in Afrika

    Regen und Dunkelheit im Dschungel fing Kameramann Mauro Fiore in schönen Bildern ein, die Actionszenen in "Tränen der Sonne" wirken authentisch. Der leider eindimensionale Film zum wichtigen Thema Rassenkonflikte in Afrika schließt bedauerlicherweise mit einem sentimentalen Ende und einer Überdosis US-Patriotismus.

    Silke Weiss, dpa

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