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  • Kritik: Im Fadenkreuz eines übermächtigen Geheimdienstes

    Ein Psychothriller mit Witz und überraschenden Einblicken in die Welt der Informationstechnologie kommt zu Weihnachten - ab 17. Dezember - in die deutschen Kinos. Will Smith spielt in "Der Staatsfeind Nr. 1" einen dynamischen Junganwalt, der ohne zu wissen warum, von einem mysteriösen Geheimdienst namens NSA (National Security Agency) gejagt wird.

    Die NSA verfügt über schier unglaubliche Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und -Verarbeitung: Sekundenschnell hat sie jede nur erdenkliche Information über jeden Menschen parat, sie hört ab, spürt Menschen per Satellit auf und sperrt auch mal die Konten mißliebiger Personen. Und sie mordet.

    Mit Mord beginnt "Der Staatsfeind Nr. 1" denn auch. Der Kongreßabgeordnete Philip Hammersly wird von NSA-Agenten mit einer Spritze getötet und anschließend mit dem Auto in einen See versenkt. Auf diese Weise will man den einflußreichsten Gegner einer heißumstrittenen Gesetzesvorlage loswerden, die den staatlichen Behörden bei Abhöraktionen uneingeschränkte Freiheit einräumen soll. Dummerweise wird der Mord von einer Kamera gefilmt, die ein Naturwissenschaftler zur Beobachtung von Wasservögeln in einem Abfallbehälter installiert hat.

    Der Geheimdienst muß natürlich das brisante Beweismittel mit allen Mitteln in seine Gewalt bringen. Der Naturwissenschaftler lebt nur noch kurz, hat aber noch Gelegenheit, die auf Diskette gezogene Filmaufnahme an Anwalt Robert Dean (Will Smith) zu übergeben. Der ahnt lange nicht, was er da in die Hand bekommen hat. Er erlebt fassungslos, wie seine Existenz innerhalb eines Tages zerstört wird. Er hat keinen Zugriff mehr auf Konten, und seine eifersüchtige Frau Carla (Regina King) erhält ein kompromittierendes Foto mit seiner Jugendliebe.

    Zu Robert Deans wichtigen Kunden gehört eine Gewerkschaft, die Ärger mit der Mafia hat. Der Anwalt glaubt zunächst, er werde von einem Mafiaboß verfolgt, den er am Tag zuvor mit einer Filmaufnahme erpreßt hatte. Daß er irgendetwas von großer Wichtigkeit besitzen muß, macht ihm erst der rätselhafte Brill (Gene Hackman) klar. Brill ist ein untergetauchter NSA-Agent und riecht den Schwefelgeruch seines alten Arbeitgebers sofort, als er den Gejagten von einer High-Tech-Wanze befreit. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen übermächtigen Gegner auf, von Regisseur Tony Scott spannend in Szene gesetzt.

    Herausragend an dem Film sind neben den bisweilen rasanten Fahrten mit subjektiver Kamera die Schauspieler. Will Smith kann wie in "Men in Black" auch in diesem Film seine komödiantischen Instinkte nicht verleugnen und sorgt gemeinsam mit Filmpartnerin Regina King dafür, daß der Thriller trotz seines abgründigen Themas nicht schwer und dämonisch wirkt. John Voight gibt den skrupellosen NSA-Chef, und der 67 Jahre alte Gene Hackman verkörpert die fachliche Autorität: Aus seinem Munde erfährt der staunende Dean und mit ihm die Zuschauer, was NSA alles kann, und wie sie es machen.

    Diese Organisation soll übrigens wirklich existieren. Recherchen zweier amerikanischer Journalisten zufolge, auf denen das Drehbuch beruht, verfügt der allergeheimste aller US-Geheimdienste über mehr Personal und Geld als die CIA.

    Hans Bentzien, AP

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