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    Kritik: Idyllisches Märchen mit Wortwitz

    «Ich raube mir, was mir gefällt», ist das Motto von Räuber Hotzenplotz, doch mit dem Diebstahl von Großmutters Kaffeemühle ist er zu weit gegangen. Der ängstliche Seppel und der clevere Kaspar machen sich auf die Jagd nach dem «bedeutendsten Räuber weit und breit». Damit nimmt ein amüsantes Märchen mit Fee, Zauberer und natürlich einem zotteligen Räuber seinen Lauf, das als Buch von Otfried Preußler schon Millionen Kinder begeisterte.

    In seiner neuen Kino-Fassung entwirft Regisseur Gernot Roll eine idyllische Welt, irgendwo in Bayern, die an alte Heimatfilme erinnert: Kaninchen sitzen am Wegesrand, Eulen flattern durchs Bild und die Kinder streifen durch hohe Wiesen und pflücken rotbäckige Äpfel. Mit einer List wollen Seppel (Manuel Steitz) und Kasperl (Martin Stührk) den trotteligen, aber gefürchteten Räuber Hotzenplotz (Armin Rohde) stellen und die gestohlene Kaffeemühle zurückholen. Der fällt darauf herein, erbeutet die mit Sand gefüllte Kiste mit der Aufschrift «Vorsicht Gold» und hinterlässt so eine Sandspur zu seiner Höhle, der die Jungen folgen.

    Bis Hotzenplotz jedoch schlussendlich gefangen wird, kommen die eitle Fee Amaryllis (Barbara Schöneberger) und der böse Zauberer Zwackelmann (Rufus Beck) ins Spiel. In dessen Schloss muss Kasperl als Küchenjunge schuften, bis es ihm schließlich gelingt, die in eine hässliche Kröte verwandelte Fee mit Hilfe von Feenkraut zu erlösen. Derweil die Knaben auf gefährlicher Räuberjagd sind, vertreibt sich der naiv-dämliche Wachtmeister Dimpelmoser (Piet Klocke) flirtend die Zeit mit der Hellseherin Portiunkula Schlotterbeck (Katharina Thalbach), die versucht den Aufenthaltsort des Hotzenplotz' mit Pendeln und Gläserrücken ausfindig zu machen.

    «Der Räuber Hotzenplotz» ist ein amüsanter Kinderfilm, der jedoch stellenweise etwas lang geraten ist. Das liegt daran, dass er den Stoff aus zwei Hotzenplotz-Büchern verarbeitet, es aber nicht schafft, die Spannung über 94 Minuten zu halten. Zudem gelingt es auch durch die wenig abwechslungsreiche Filmmusik nicht, die spannenden Momente zu verstärken. Dagegen bringt vor allem der Wortwitz - «Kotzenrotz» und «Wackelzahn» - und das trottelige Auftreten von Räuber und Gendarm die Kinder zum Lachen. Ihre erwachsenen Kino-Begleiter dürften an der Liaison von Dimpelmoser und Wahrsagerin ihre Freude haben: «Frau Schlotterbeck, eine Amtsperson denkt nicht!»

    dpa

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