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  • Kritik: "Ich wollte immer so ein Held sein"

    ie Szene, in der das Prager Nobelrestaurant Akvarium in die Luft fliegt, wird Tom Cruise nicht so schnell vergessen: Raumhohe Hummer-Aquarien platzen wie Seifenblasen, Glassplitter fliegen durch die Luft. Er selbst muß sich als CIA-Spezialagent Ethan Hunt vor einer gewaltigen Wasserwelle in Sicherheit bringen. "Auf drei! sollte ich losrennen", erinnert sich Cruise an die Anweisungen von Regisseur Brian De Palma. "Ich hörte ihn eins, zwei... zählen - dann gab es hinter mir schon eine ohrenbetäubende Explosion. Ich spürte, wie das Wasser nach vorn schoß, und dachte: Verdammt, wo bleibt die Drei?! Endlich hörte ich in all dem Getöse ganz schwach etwas, das wie drei klang, und rannte, rannte, rannte..."

    Hauptdarsteller Tom Cruise schwelgt gern und oft in Schilderungen über seinen waghalsigen Stunt für "Mission: Impossible", die Kinoversion des TV-Klassikers "Kobra, übernehmen Sie". Denn der ist so spektakulär, daß manche Insider ihn immer noch für eine gelungene Mischung aus Double und Special-effects halten. Dabei gibt Cruise eines ungefragt zu: Durch die berstende Glasfront des Restaurants springt nicht etwa der 20-Millionen-Dollar-Star höchstpersönlich, sondern ein Double. "Mann, habe ich zu Brian De Palma gesagt, das kann ich nicht machen. Ich bin Schauspieler und kein Übermensch." Die Sequenz war auch ohne diesen Einsatz gefährlich genug: "Das konnte man schon daran sehen, daß so viele Schaulustige am Set waren wie nie zuvor. Alle waren nur gekommen, um mitzuerleben, wie ich baden gehe." Doch abgesehen von einer Schramme am Knöchel lief alles gut für Tom Cruise. Das bisherige Einspielergebnis des Thrillers in den US-Kinos (über 156 Millionen Dollar!) war den Einsatz wohl auch wert.

    Mit "Mission: Impossible" hat sich Tom Cruise einen langgehegten Herzenswunsch erfüllt. Der 33jährige, der privat schnelle Flugzeuge, Rennwagen und Fallschirmspringen liebt, ist bekannt für seine Lust auf risikoreiche Action. "Ich wollte den Film auch deshalb unbedingt drehen, weil ich dabei die Chance hatte, meine Stunts selbst zu machen", sagt er. Schon als Kind, schmächtig, lesegestört und viel gehänselt, habe er "Kobra, übernehmen Sie" geliebt und davon geträumt, einmal ein Held zu sein wie Ethan Hunt in der legendären 60er-Jahre-Serie. Der Traum blieb lebendig bis zum Jahr 1992, in dem der inzwischen mächtig gewordene Hollywoodstar mit seiner ehemaligen Agentin Paula Wagner eine eigene Firma gründete: Die Cruise/Wagner Productions. Klar, daß seine Version von "Kobra, übernehmen Sie" das erste eigenproduzierte Projekt sein mußte, in das Cruise nicht nur sehr viel Geld, sondern auch jede Menge Herzblut steckte.

    Während der Dreharbeiten gab der Star, der sich ansonsten gern als smarter Strahlemann präsentiert, den Knüppelharten und ist nun als Perfektionist und Kontroll-Freak verschrien. Darauf angesprochen, wiegelt er geschickt ab: "Produzieren hat nichts mit Macht zu tun.

    Für mich ist es lediglich eine andere Art von kreativem Ausdruck. Ich liebe es, Filme zu machen, aber ich hasse es, schlechte Filme zu machen." Mit "Mission: Impossible" wollte Cruise einen "perfekten Film" schaffen. Und er war bereit, dafür einige unpopuläre Entscheidungen zu treffen: Feuerte Crew-Mitglieder und lieferte sich Gefechte mit Regisseur De Palma. Eigensinnig und unerbittlich: "Es gab Leute, die meinten, bestimmte Dinge seien einfach nicht machbar. Das höre ich nicht gern. Man kann Angst oder Bedenken haben, etwas zu tun. Aber das darf einen nicht davon abhalten, es trotzdem zu tun."

    Der Star fordert von anderen nur, was er sich auch selbst abverlangt. In seine Arbeitsmethode läßt er sich ungern hineinreden: "Ich bereite mich monatelang sehr, sehr gründlich auf meine Rolle vor. Wenn ich dann an den Set komme, möchte ich auch wirklich zu drehen anfangen und nicht erst stundenlang diskutieren." Der Erfolg scheint ihm Recht zu geben. Tom Cruise zementiert mit dem High-Tech-Thriller einmal mehr seinen Status als Superstar. Und verdient nebenbei an die vierzig Millionen Dollar. Als Privatmann will er dennoch auf dem Teppich bleiben und zusammen mit seiner Frau, Hollywood- Kollegin Nicole Kidman, und den beiden Adoptivkindern ein ganz normales Leben führen: "Nic und ich finden, daß es wichtig ist, sich ab und zu unter die Leute zu mischen. Viele sind erstaunt darüber, daß wir in den Supermarkt und ins Kino gehen. Aber das möchte ich nicht missen."

    Demnächst wird das traute Familienleben trotzdem wieder in einem Wohnwagen am Set stattfinden. Das Schauspielerpaar will erneut zusammen drehen: "Eyes Wide Shut", einen Film über sexuelle Obsessionen, bei dem Stanley Kubrick Regie führt. Danach möchte sich Cruise auch mal als Kinoregisseur versuchen. "So langsam bekomme ich meine Karriere unter Kontrolle", grinst er selbstbewußt. Tom, übernehmen Sie - sich nicht!

    In ihrer Heimat Frankreich ist Emmanuelle Béart, Tochter eines Popsängers und eines Models, ein Superstar. Mit "Mission: Impossible" gibt die 32jährige als erotische Spionin ihr Hollywood-Debüt.

    Davon habe ich gar nichts mitbekommen. Um die Wahrheit zu sagen, ich wußte nicht mal, daß Tom der Produzent ist. Für mich war er einfach nur ein phantastischer Kollege, weiter nichts.

    Sie hatten eine Liebesszene mit Tom Cruise, die im fertigen Film nun gar nicht zu sehen ist. Was ist passiert?

    Ich weiß nicht, warum man sie wieder rausgeschnitten hat. Aber ich war ziemlich enttäuscht. Eine richtige Liebesszene war das übrigens gar nicht. Wir haben uns nur heftig geküßt.

    O mein Gott! Was soll ich sagen? Es war sehr schön, sehr professionell. Das ist alles. Er war sehr charmant.

    Ich habe es extra für "Mission: Impossible" gelernt. Sechs Monate lang täglich mit einem Coach. Davor konnte ich kein Wort Englisch.

    Ich nehme meine Kinder huckepack mit zu den Dreharbeiten. Sie sollen alles mit mir zusammen erleben.

    Ich flog aus fünf Schulen. Einmal, weil ich einen Jungen küßte, einmal, weil ich zu einem Lehrer "Scheiße!" sagte.

    Copyright: TV TODAY, 1996

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