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  • Kritik: "Ich liebe es, Retter der Welt zu spielen"

    enn in "Eraser" eine brennende Boeing 727 auf Arnie zurast, ist für den grimmige Heldenmimik angesagt. In der brenzligen Situation eigentlich kein Problem - denkt der Kinofan. Und kann sich kaum vorstellen, wie schwer dem steirischen "Äktschn"-Star der erprobte Gesichtsausdruck diesmal fiel. Beim Drehen der Szene ging's nämlich ziemlich gemütlich zu, erinnert sich Schwarzenegger: "Ich hing da im Studio in sechs Meter Höhe wie ein Sack Eierbriketts an einem Haken, rauchte meine Havanna und wartete auf die Anweisungen der Special-Effects-Jungs."

    Nach dem Fiasko der Komödie "Junior" 1994 kehrt Arnold Schwarzenegger mit "Eraser" zum beinharten Actionfilm zurück. Der 49jährige spielt John Kruger, einen "Auslöscher", der im Auftrag des US-Justizministeriums Zeugen schützt. Kruger gerät in Verdacht, ein doppeltes Spiel zu treiben, und wird von seinen Bossen gejagt. Das ist der Stoff, aus dem Kleinholz gemacht wird.

    Sein Comeback als herber Hau-drauf-Held macht Schwarzenegger sichtbar glücklich. Die Rolle des "Eraser" bedeutete für ihn wieder mal: "...richtige Arbeit. Komödien sind so viel einfacher als Action. Man sagt seinen Text auf, probiert ein bißchen, und die Szene ist im Kasten. Um im Actionfilm eine ähnlich lange Sequenz hinzukriegen, hängt man eine Woche kopfüber an einem Kran und kann abends vor Gelenkschmerzen kaum noch laufen." Trotzdem hat er genau das gern: "Ich liebe es, den Retter der Welt zu spielen. Außerdem werde ich, seit ich jenseits der 40 bin, immer männlicher und glaubwürdiger. Wen interessieren schon junge Spunde mit dicken Knarren?"

    Als älterer Kerl mit Wumme hat er auch sein inneres Verhältnis zu den Rauhbein-Rollen verändert. Der Mann, der als Barbar Conan und Terminator vorrangig stumm durch Seen von Blut watete, sucht heute nach der Seele seiner Figuren: "Ich muß ihren Charakter und ihre Motivation verstehen. Die Typen, die ich früher gespielt habe, finde ich heute total langweilig." Echt? Schwarzenegger grinst: "Klar, ordentlich rumsen soll es schon auch noch. Aber wenn ich menschlich uninteressant bin, habe ich heutzutage beim Publikum schon verloren." Selbst die Rolle des Mr. Freeze, den er in "Batman And Robin" spielen wird, hat er gewählt, weil der für ihn "ein Finsterling mit Tiefgang" ist - Mr. Freeze friert seine Gegner eiskalt ein.

    Noch in diesem Jahr wird Arnie mit "Crusade" einen weiteren Actionfilm drehen, aber auch als lieber Daddy in der Weihnachtskomödie "Versprochen ist versprochen" zu sehen sein. Privat ist er ganz Familientier: "Ich bin ein großartiger Vater, keiner von denen, die sich Spielzeit in ihren Terminkalender schreiben. Mit meinen drei Kindern zu spielen gehört zu den besten Momenten meines Lebens." Das alles erzählt der Österreicher selbst deutschen Journalisten stur auf englisch, mit einem Akzent dick wie Bohnensuppe. "Ich denke nach 20 Jahren in den USA englisch, ich träume englisch. Nur zählen und rechnen tu' ich noch auf deutsch", sagt er. Und ein deutsches Wort bewahrt er unauslöschlich in seinem Herzen, denn so heißt sein Restaurant in Santa Monica und so nennt er seine Frau, Maria Shriver: Schatzi.

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