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  • Kritik: Hugh Grant wird Vater

    Hamburg (dpa). Hugh Grant, im richtigen Leben skandalerfahrener Junggeselle, wird im Kino Vater. Doch auf der Leinwand braucht er ganze neun Monate, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, sein rotes Porsche-Cabrio gegen eine geräumige Familienkutsche einzutauschen. "Neun Monate" heißt denn auch der Streifen von Chris Columbus, in dem Grant zunächst seiner Panik nachgibt und vor dem drohenden Freiheitsverlust flieht. Doch was wäre die erste große Hollywood-Produktion mit dem smarten Briten, wenn er nicht doch am Schluß ein süßes Baby zärtlich in den Schlaf wiegen würde.

    Das Drehbuch der Komödie wurde Grant auf den schmalen Leib geschrieben. Und so darf er ausgiebig das tun, wofür ihn viele Frauen lieben werden: Er lächelt entwaffnend unbeholfen, läßt den spröden Charme spielen, benimmt sich ziemlich tolpatschig, um zuletzt doch als Gentleman zu glänzen. Verliebt, verwirrt, verheiratet. Oder, wie Grant es selbst im

    Nicht ganz so nett meint es Regisseur Chris Columbus, dem mit "Mrs. Doubtfire" einer der größten Kinohits des letzten Jahre gelang, mit der künftigen Familie: Ein Kinderpsychiater (Grant) und eine Ballettlehrerin (Julianne Moore) stürzen nach positivem Schwangerschaftstest immer tiefer in die Beziehungskrise - und in wilden Klamauk. Dabei beginnt die Geschichte eigentlich ruhig, humorvoll und glaubwürdig. Ihren wüsten Höhepunkt erreichen die "Neun Monate" im fast unerträglichen Kreissaal-Chaos inklusive medizinischer Beinahe-Katastrophe und Schlägerei.

    Robin Williams liefert als russischer Frauenarzt mit Sprachproblemen, der "Vulva" mit "Volvo" verwechselt, eine komische Glanzleistung der penetranten Art. Das kann aber nicht darüber hinwegtrösten, daß der Film in zwei Teile zerfällt.

    Auf einer Seite erzählt Columbus mit vergleichsweise zartem Humor von einem Paar, das sich entscheiden muß: Sie entwickelt die Kraft, ihr Kind wenn notwendig auch allein zu bekommen. Er findet in letzter Minute den Mut, Verantwortung zu übernehmen. Auf der anderen Seite droht purer Slapstick die Beziehungen zu zerschlagen. Aber vielleicht scheint gerade deshalb diesem kommerziellen Hollywood-Remake eines französischen Erfolgs wie schon in den USA auch in Deutschland ein Millionenpublikum sicher.

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