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  • Kritik: Horroraction-Spaß für starke Mägen

    Vielleicht hätten sich die Macher von "Blade II" den No Angels-Hit "Daylight" für ihren Soundtrack sichern sollen. Wie in jedem klassischen Dracula-Film spielt nämlich auch in der Fortsetzung des Horroraction-Spektakels "Blade" mit Wesley Snipes das Tageslicht eine zentrale Rolle. Aber "Daylight" wäre wohl nicht cool genug gewesen. Und cool ist "Blade II" - von der Musik (HipHop) bis zum Industrie-Look und roten Designer-Drogen.

    Dreieinhalb Jahre nachdem Wesley Snipes wochenlang in den deutschen Top-5-Kinocharts Vampire jagte, knüpft Drehbuchautor David S. Goyer zusammen mit seinem Helden, der den Streifen auch wieder koproduziert, nahtlos an die alte Geschichte an. Schon im Vorspann spritzt Blut malerisch an weiße Kacheln - Ortstermin in einer dubiosen Prager Blutbank. Ein kleiner Rückblick informiert die Nicht- Eingeweihten über die Vorgeschichte: Blade (Wesley Snipes) ist halb Mensch, halb Vampir. Von letzteren hat er als echter Held nur die Stärken und nicht die Schwächen. Selbst im gleißenden Sonnenschein kann er dank eines Serums wandeln - daher auch der Kosename "Daywalker".

    Zuschauer werden nicht mit unnötigen Dialogen belästigt

    Blades Mentor und Ersatzvater Whisper (Kris Kristofferson) wird in Teil 2 der blutrünstigen Marvel-Comic-Verfilmung kurzerhand wiederbelebt. Aufgemotzt sind dank immer ausgefeilterer Computertechnik die Effekte und auch die Kostüme sind noch detailverliebter geworden. Lack-, Leder- und Latexfans kommen auf ihre Kosten. Die Kostümdesignerin scheint auch von den wehenden Mänteln und Sonnenbrillen in "Matrix" angetan gewesen zu sein. Regisseur Guillermo Del Toro wollte "Blade II" atmosphärisch an Comics und japanische Zeichentrickfilme angleichen. Das Resultat sind rasante Kamerafahrten und Schnitte, und - nicht eben seltene - Kampfszenen, die stark an Eastern erinnern. Die Zuschauer werden nicht unnötig mit Dialogen behelligt, die Action spricht für sich.

    Ex-Bros-Sänger beweist Mut zur Hässlichkeit

    Diesmal hat Blade, der Highlander unter den Pseudo-Vampiren, es mit einer neuen bedrohlichen Spezies zu tun: den Reapers (Sensemännern). Die sehen aus wie eine Kreuzung aus Zombies und Aliens mit jeweils einem Schuss Nosferatu und Freddy Krueger. Ihr Markenzeichen: eine außergewöhnliche Resistenz gegen jegliche Art von Waffen - allerdings sind sie wie andere Vampire auch lichtscheues Gesindel. Ausgerechnet Beau Luke Goss, mit dem Pop-Duo Bros berühmt geworden, spielt mit unglaublichem Mut zur Hässlichkeit den Ober- Reaper Nomak. Eine Obduktion gibt schließlich unappetitlichen Aufschluss über die Achillesferse der Reapers. Bevor Blade diese Schwachstellen aber entdeckt, muss er sich gemeinsam mit einer Vampir-Elite-Truppe, dem so genannten Bloodpack, zu einer unheiligen Allianz zusammentun und sich ein unglaubliches Gemetzel mit den Mutanten liefern.

    "Ist der Feind meines Feindes mein Freund oder mein Feind?"

    Gegen Ende wird der Film dann etwas bedeutungsschwanger: Es geht um Gen-Manipulation à la Frankenstein, gestörte Blutsbande, Verrat und die zentrale Frage "Ist der Feind meines Feindes mein Freund oder mein Feind?". Mythische Szenen wie die belebende Wirkung eines Blutbads oder eine selbstlose Blutspende, die Leben rettet, mögen nicht so recht zu den schnellen, perfekt inszenierten Kampfszenen passen. Beim Team stand der Spaßfaktor nach eigener Aussage ganz weit oben. Und das überträgt sich auch auf die Zuschauer - vorausgesetzt, sie haben einen starken Magen und mögen Trash. In den USA jedenfalls ging das Konzept auf: Ende März stand "Blade II" auf Platz 1 der US- Kino-Charts.

    Sonja Pohlmann, dpa

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